Positiv beschied der Marktgemeinderat die Bauvoranfrage für die Erweiterung des Sporthotels in Streitberg am Gailing. Das bestehende Haus, die ehemalige Jugendherberge, soll um ein Gebäude mit rund 100 Betten erweitert werden. Daneben sind elf Ferienhäuschen mit Flachdach auf dem bisherigen Sportplatz und im Umgriff geplant. "Wir freuen uns darüber", sagte nicht nur Bürgermeister Helmut Taut (FWW).

Die Vorgeschichte: Im Frühjahr konfrontierte der bisherige Hotelier die Gemeinde mit Verkaufsabsichten. Eine islamische Vereinigung meldete sich als Interessent für eine Schulungseinrichtung. Etwa zeitgleich interessierte sich ein Investor für das Gasthaus Schwarzer Adler in Streitberg. Er wollte dort auf dem Gelände des Biergartens ein Bettenhaus für Übernachtungsbetrieb bauen. Das lehnte der Marktgemeinderat seinerzeit vehement ab. Denn gerade der Wirtsgarten werde von Tagesbesuchern beipielsweise auf dem Weg zur Binghöhle aufgesucht.

Man setzte sich zusammen und fand die aktuelle Lösung. Der Investor erwarb statt des Schwarzen Adlers das Sporthotel.

Höhe ist nicht unumstritten

Ausführlich diskutierte der Rat die Bauform. Der neue Wohntrakt soll rechtwinklig zum alten Haus stehen und insgesamt vier Stockwerke umfassen. Das Gebäude soll 15 Meter breit werden und 14 Meter hoch. Die frühere Jugendherberge soll alle anderen für den Hotelbetrieb notwenigen Räume aufnehmen.

"Ist so ein Gebäude nicht doch zu hoch?", fragte sich das Gremium. Einerseits hatte man die schöne Aussicht des Geländes angepriesen; andererseits fürchtete man einen überdimensionierten Klotz. Hans Heißenstein (WU) dachte an ein Verschieben Richtung Berg. Stellvertretender Bürgermeister Gerhard Kraus (BGS), von Beruf Zimmermann, rechnete nach. Durch die Hanglage sei der viergeschossige Bau etwa um drei Meter höher als ein zweigeschossiges Gebäude mit steilem Dach. "Man sollte es als Hotel schon sehen", meinte er. Ihn treibe aber das "Bauverhinderungsamt in Ebermannstadt" um; Kraus befürchtet Einwände, denn dort sei man "gegen alles in der Fränkischen Schweiz".

Als Streitberger freute sich Kraus, dass der einst ortsbildprägende Jugendherbergsbau bestehen bleibt. Die alte Jugendherberge, so Taut, ist lang, aber unscheinbar, das neue Haus sehe man dagegen übers Tal.

Bürgermeisterkandidat Marco Trautner (FWW) hofft auf Gewerbesteuer und Arbeitsplätze. "Wenn man die Belange der Anwohner genügend berücksichtigte, dürfte es eine Erfolgsgeschichte werden." Für die Anlieger könnte es eine Erneuerung der Zufahrt bedeuten, ohne Straßenausbaubeiträge, wie Taut betonte. Die Baustellenzufahrt will er über dem Binghöhlenweg einrichten lassen. Gemeinsam mit dem Investor will man klären, ob wegen des Wasserverbrauchs stärkere Leitungen notwenig sind. Wegen der Parkplätze macht man sich keine Sorgen. Das Gelände ist über 11 000 Quadratmeter groß und auch nach den neuen Bauten nicht verdichtet bebaut.

Dorferneuerung beantragt

Das Gremium entschloss sich für eine umfassende Dorferneuerung und lässt den Antrag dafür beim Amt für Ländliche Entwicklung einreichen. Bürgermeister Taut hatte zuerst nur Birkenreuth, Engelhardsberg und Muggendorf im Auge. Der Oberfellendorfer Thomas Schmeußer (CSU) brachte noch seinen Ortsteil ins Gespräch. Zwei Aspekte will man durch ein Gesamtprojekt abdecken. Zum einen, dass Bauherrn, die ihre alten Gebäude in Ortskernen ertüchtigen wollen, in den Genuss der 20-prozentigen Förderung gelangen. Zum anderen dass dort agiert wird, wo ein großes Interesse der Bürger vorhanden ist.

Man möchte nicht noch mal 28 Jahre wie in Wüstenstein brauchen oder 15 Jahre wie in Streitberg.