Marco Meissner Die Geschäftsstelle des Naturparks Frankenwald erlebte in den vergangenen Wochen einen regelrechten Ansturm. 120 Bewerbungen aus ganz Deutschland flatterten schon ins Haus. "Und es kommen immer noch welche rein", stellt Mitarbeiterin Anja Wunder fest. Dabei ist die Bewerbungsfrist für die drei heiß begehrten Stellen schon abgelaufen.

Nun haben die Verantwortlichen die Qual der Wahl, wer die drei Ranger im Naturpark werden. Am 1. Februar 2019 soll es für das Trio losgehen.

Rund 60 Ranger für Bayern

;

Naturpark-Geschäftsführer Dietrich Förster findet spannend, was dann geschehen wird. Schließlich sind Naturpark-Ranger in Bayern etwas (fast) ganz Neues. Erst Ende Juli dieses Jahres fiel der Beschluss des Ministerrats, der den Weg für die Schaffung dieser Stellen endgültig ebnete. In den Naturparken des Freistaats sollen im Zuge der "Naturoffensive Bayern" insgesamt 60 Ranger eingestellt werden. Zu 90 Prozent trägt der Freistaat die Kosten für diese Stellen, der Rest entfällt auf den jeweiligen Naturpark, bei dem die Ranger letztlich angestellt werden.

Die Aufgaben dieser neuen Kräfte sind in drei Bereiche untergliedert: Besucherlenkung und Führungen, Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Naturschutz und Landschaftspflege. "Damit sind sie auch eine Unterstützung für die Naturschutzbehörde", stellt Förster fest. "Es ist wichtig, dass wir Leute draußen vor Ort haben."

Genau da sollen die Ranger vorwiegend im Einsatz sein. Zwar wird das Trio für den Frankenwald ein Büro in Kronach haben, aber in erster Linie soll es ins gesamte Naturpark-Gebiet des Frankenwalds ausschwärmen.

Wie genau der Tagesablauf der Ranger aussehen wird, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Es fehlen Vergleichswerte, weil das Vorhaben auch in den anderen Nationalparken noch in den Kinderschuhen steckt - bis auf eine Ausnahme (siehe auch Artikel unten). "Und man kann die Naturpark-Ranger nicht mit den Nationalpark-Rangern vergleichen", unterstreicht Anja Wunder. Um Ranger werden zu können, mussten die Bewerber ein "grünes Studium" oder einen "grünen Ausbildungsberuf" (also aus den Bereichen Umwelt und Natur) vorweisen können, nennt sie die Vorgaben. Darüber hinaus gibt es auch charakterliche Ansprüche an die Interessenten. "Die künftigen Ranger müssen im Team arbeiten können. Sie müssen außerdem kommunikativ und - wenn man im Naturschutz arbeitet - konfliktfähig sein", sagt Dietrich Förster.

Herkunft ist kein Hindernis

;

Die Ausschreibung sieht ausdrücklich nicht vor, dass die Ranger aus der heimischen Region stammen müssen. Förster sieht in dieser Vorgabe kein Problem. Vielmehr komme es darauf an, welcher Typ der jeweilige Bewerber sei, wie schnell er sich in eine neue Materie einarbeiten könne. Förster ergänzt schmunzelnd: "Ich bin mir sicher, dass auch nicht jeder, der von hier kommt, den Frankenwald gut kennt."

Um die geeigneten Ranger auszuwählen, stehen den Verantwortlichen jetzt noch einige Wochen zur Verfügung. "Man muss die Bewerbungen schließlich gewissenhaft durchgehen", so Förster. Angesichts der Masse an Zuschriften ist das keine leichte Aufgabe. Mitte Januar soll die Entscheidung fallen. Die drei Jobs sind auf zwei Jahre befristet. Allerdings ist laut Wunder geplant, sie danach zu Dauerstellen werden zu lassen.