Anlässlich der 1000-Jahrfeier der Stadt Hollfeld fand die diesjährige Herbstversammlung des Fränkische-Schweiz- Vereins (FSV), zu der alle Ortsgruppenvorsitzenden und Arbeitskreisleiter eingeladen waren, im "Wittelsbacher Hof" statt. Und obwohl der FSV ein Kulturverein ist, der sich um vielfältige kulturelle Belange kümmert, stand wieder einmal das Wandern im Mittelpunkt des Interesses.
Eines der behandelten Hauptthemen war der Umgang mit Wildplakatierern, die offenbar hemmungslos ihre eigenen Wander,- Rad- oder sonstigen Hinweistafeln auf vorhandene Wegweiserpfosten der Gemeinden oder der betreuenden FSV-Ortsgruppen anbringen. In der Diskussion wurde die Existenz von zwei Lagern deutlich. Zum kritischen Lager gehört die Ortsgruppe Aufseß, die massiv betroffen ist, wie deren Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU) deutlich machte.


Großformatige Tafeln

Seine Gemeinde hat im Zuge der Neubeschilderung alle Pfosten und Schilder in einheitlichem Design herstellen lassen und stellt sie der FSV-Ortsgruppe für die Wegemarkierungspflege zur Verfügung.
Doch mittlerweile ist aus dem einheitlichen Design ein Wildwuchs an Schildern entstanden. Neben großformatigen Tafeln von Mountainbikerouten und anderer Radwege, die - was die Sache noch erschwert - auf dem Weg der Wanderwege verlaufen, bis hin zu Hinweisschildern auf Gastwirtschaften am Weg finden sich mittlerweile eine Vielzahl an Hinweistafel, die alle eines gemeinsam haben: Sie wurden ohne Rücksprache mit dem Eigentümer, der Gemeinde Aufseß, oder dem Pfleger der Wege, der FSV-Ortsgruppe, angebracht.
Die Befürworter des Schilderwaldes sind der Meinung, jedes Schild mehr biete dem Wanderer eine wichtige Zusatzinformation. Und Wanderer seien in der Regel Gäste, die auch gern ein Gasthaus in Anspruch nehmen, wenn auf einem Schild am Wegepfosten darauf aufmerksam gemacht wird. Auf der anderen Seite meinen die Gegner des Schilderwaldes, eine solche Beschilderung nutze ja nur dem, der sie anbringt. Also solle diese Person dafür etwas bezahlen, was aber voraussetzt, dass sich die Leute vorher mit der Gemeinde in Verbindung setzen. Es könne nicht sein, so die einhellige Meinung in der Versammlung, dass Profitstreben auf dem Rücken der ehrenamtlichen Helfer gefördert wird.
Deshalb geht die Gemeinde Aufseß mittlerweile rigoros mit Wildplakatierern um und entfernt deren Schilder und Tafeln von den Markierungspfosten.
Ein weiteres Thema war die geplante Premium-Wanderregion, die mit Hilfe der Leader-Aktionsgruppe ins Leben gerufen werden soll, um aus der Fränkische Schweiz eine Wanderregion zu machen, die allen Ansprüchen gerecht wird. Die Ausschreibung, die nach dem Willen der EU europaweit erfolgen muss, wird derzeit von einer Nürnberger Anwaltskanzlei vorbereitet. Schon abgeschlossen sind die ersten Projekte: die Ausbildung von 22 Wegewarten und 16 Wanderführern.


15 000 Euro Zuschuss

Der Hauptwegemeister Fritz Sitzmann ergänzte, dass bei der diesjährigen Abrechnung der Wegepflege von 38 Ortsgruppen ein Volumen von rund 46 000 Euro an Ausgaben ermittelt wurden. Er rechnet damit, dass etwa 15 000 Euro Zuschuss vom Freistaat gezahlt werden, die dann anteilsmäßig auf die Ortsgruppen verteilt werden sollen. Sitzmann setzt sich dafür ein, künftig mit dem Bayern-Atlas, der vom Landesvermessungsamt zur Verfügung gestellt wird, zu arbeiten.