Marion Krüger-Hundrup Nüchtern und sachlich statt emotionsgeladen und euphorisch begann am 1. Advent auch im Erzbistum Bamberg der sogenannte synodale Weg, den die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) beschlossen haben. Zum Auftakt des zweijährigen Prozesses entzündete Generalvikar Georg Kestel im Bamberger Dom die "Synodalkerze": Ein Zeichen des Aufbruchs von vielen Katholiken, Priestern, Ordensleuten, jungen Menschen zur Erneuerung des Glaubens - und möglicherweise der Kirche. Denn noch ist völlig offen, wie auf diesem synodalen Weg dessen geistliche Dimension mit den strukturellen Herausforderungen verbunden werden können.

Generalvikar Kestel zitierte aus dem Brief an die Gläubigen in Deutschland, den Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz und Professor Thomas Sternberg, der Präsident des ZdK, zum Auftakt geschrieben haben. "Es soll auch ein Weg der Umkehr und der Erneuerung sein, der dazu dient, einen Aufbruch im Lichte des Evangeliums zu wagen und dabei über die Bedeutung von Glaube und Kirche in unserer Zeit zu sprechen", heißt es in dem Schreiben. Kestel zitierte auch den Satz: "Heute, am ersten Advent, wenden wir uns mit der Einladung an Sie, diesen synodalen Weg mitzugestalten - durch Ihre Stellungnahme und Ihr Gebet."

In den Fürbitten dieses Gottesdienstes wurde unter anderem eine wesentliche Herausforderung dieses synodalen Weges benannt: nämlich "unterschiedliche Meinungen auszuhalten", diese zu respektieren. Zuvor hatte Hauptzelebrant Domkapitular Wolfgang Klausnitzer in seiner Predigt noch einmal ein bedeutsames Ziel des synodalen Weges angeführt: "Sprechen über den Glauben". Mehr wollte der Prediger nach eigenen Worten an diesem ersten Advent nicht dazu sagen, "da es in den nächsten zwei Jahren genügend Gelegenheiten gibt, über verschiedene Themen zu sprechen".

Das wird in den Gemeinden geschehen, besonders aber in der Synodalversammlung und in den Synodalforen, in denen Vertreter aus allen Bistümern zusammen kommen. Für Bamberg wird dies neben Laien Weihbischof Herwig Gössl sein (siehe auch www.synodalerweg.de).