Jugendliche ohne Job? In Deutschland ist das im Vergleich zu anderen EU-Ländern kein massives Problem. Auf die Republik gesehen finden sich eher zu wenig Jugendliche für die vorhandenen Ausbildungsplätze. Und wer eine Ausbildung hat, hat auch meistens einen Job. Im Jahr 2017 waren 5,1 Prozent der Jugendlichen unter 24 Jahren arbeitslos. Diese Quote weist das Statistische Bundesamt im Regionalatlas aus, in dem die Lebensverhältnisse in der Republik verglichen werden. Damit ging der bundesweite Wert gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 0,2 Prozentpunkte zurück. Der Kreis Kronach ist in diesem Vergleich aktuell mit einer Quote von 2,8 Prozent der Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren vertreten, die im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet waren.

In einer Bundesliga der Jugendlichen-Vollbeschäftigung erreichte zuletzt der bayerische Kreis Erding mit 1,4 Prozent den besten Wert und Spitzenplatz, Schlusslicht war der Kreis Uckermark (Brandenburg) mit der mehr als zehnfach höheren Quote von 16,6 Prozent. Der Kreis Kronach liegt in dieser Bundesliga auf Platz 96 von 401 ausgewerteten Städten und Kreisen.

Für den euroweiten Vergleich liefert das Europäische Statistikamt für Deutschland für 2017 eine Jugendarbeitslosigkeit von 6,8 Prozent - das ist zwar aufgrund anderer Berechnungsgrundlagen ein etwas höherer Wert als der vom Statistischen Bundesamt ermittelte, aber an der Spitzenposition von Deutschland als Ganzem ändert das nichts. Hohe Jugendarbeitslosenquoten wurden unter anderem für Spanien (38,6 Prozent), Italien (34,7 Prozent), Frankreich (22,3) und Finnland (20,1 Prozent) registriert.

Lokal gehen aber auch in Deutschland wie in der EU die Quoten weit auseinander: Zu den Gebieten, die - statistisch betrachtet - besonders auf der Sonnenseite stehen, gehört der Kreis Kronach. Hier ist die Jugendarbeitslosigkeit noch niedriger als im Bundesdurchschnitt. Bayern insgesamt liegt bei einer Quote von 2,8 Prozent verglichen zu den 5,1 Prozent im Bund.

Unterm Strich haben sich im Kreis Kronach die Quoten seit 2011 folgendermaßen entwickelt: Damals waren noch 2,9 Prozent der unter 25-Jährigen arbeitslos gemeldet gewesen, geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. 2012 waren es 3,6 Prozent. Im Jahr darauf 4,0 Prozent. 2014 hieß die Jahresquote 4,0 Prozent, gefolgt von 3,2 Prozent im Jahr 2015 und 3,3 Prozent 2016. Mit den im Jahr 2017 erreichten 2,8 Prozent, lag die Quote im Kreis Kronach zuletzt 0,1 Prozentpunkte niedriger als 2011. Bezogen auf ganz Deutschland hat sich die Jugendarbeitslosigkeit in diesem Zeitraum in diesem Vergleich um 0,8 Prozentpunkte von 5,9 auf 5,1 Prozent verringert.

Mit dem Start ins neue Ausbildungsjahr werden alljährlich vor allem im Süden Deutschlands die Klagen über fehlende Azubis laut. Im Prinzip kein Problem: Uckermärker oder generell junge Menschen aus lehrlingsreichen in lehrlingsklamme Regionen zu locken, funktioniert rechnerisch überall in der Republik. In der Praxis geht die Rechnung aber nicht auf. Da sind die freien Lehrstellen nicht immer die attraktivsten oder die bestbezahlten. Und heutzutage in die Ferne schweifen, heißt vor allem eine (bezahlbare) Wohnung finden. Aber Lehrlingsgehälter geben die geforderten Mieten eher nicht her. Da ist Hotel Mama nicht zu schlagen. teb/zds