Monika Vieth, Leiterin der Außenstelle Forchheim der Opferschutzorganisation Weißer Ring, nimmt Stellung zum Aktionstag "Gewalt gegen Frauen". Sie spricht der Gleichstellungsbeauftragten am Landratsamt ein großes Kompliment aus, dass sie dieses heikle Thema aufgegriffen und mit einer Filmvorführung "Alles ist gut" darauf aufmerksam gemacht hat.

"Leider hat der Film nicht den Erwartungen entsprochen, den viele der Zuschauer an diesem Abend hatten", merkt Vieth an. Dennoch sei es wichtig, dieses Thema "aus der Tabuzone zu holen" und der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, was es heiße Gewalt in der Partnerschaft oder Familie zu erleben. Viele Frauen, aber auch die Kinder, würden jahrelang unter dieser Situation leiden.

Die Angst ist immer da

"Es ist immer die Angst da, wann das nächste Mal der Partner gewalttätig wird. Es wird vertuscht und gehofft, dass es das nächste Mal nicht geben wird. Aber die Gewaltspirale wird immer stärker, bis es auch zum Schlimmsten kommt", erklärt Monika Vieth.

Nur etwa 20 Prozent aller Betroffenen würden überhaupt Hilfe suchen. Die Gründe dafür sind laut Vieth vielfältig: "Die Opfer sind finanziell vom Täter abhängig und fürchten die Folgen, wenn sie das soziale Umfeld verlassen. Die Täter drohen mit allen möglichen Sanktionen und geben den Opfern die Schuld für die Eskalation. Die häusliche Gewalt kommt leider in allen Gesellschaftsschichten vor."

Aber es gebe Wege aus der Gewaltspirale. Diese zu gehen, sei für die Frauen nicht immer einfach, aber es gebe viele Hilfsangebote. Hier einige davon: Hilfetelefon 365 Tage rund um die Uhr: 08000/116016; Frauenhäuser, aber auch der Weiße Ring, "Opfertelefon" 116006, bieten Hilfe an oder vermitteln zu Hilfsorganisationen. red