Unter das Motto "Kunstoderwas" stellt in diesem Jahr die Künstlervereinigung Form und Farbe e.V. - Maler, Grafiker und Bildhauer in Oberfranken ihre Jahresausstellung auf der Giechburg bei Scheßlitz.
Der Titel lässt schon ahnen, so die Veranstalter, dass die etwa 30 Aussteller diesmal auch an die Grenzen - und bisweilen darüber hinaus - klassischer bildender Kunst gehen. Ob Gemälde, Skulptur, Glasobjekt oder Installation: Die Grenzen zwischen Kunst und Kitsch, zwischen politischer Botschaft und irritierender Provokation sind fließend. Die Exponate geben Anlass zu Diskussion und Nachdenklichkeit, vielleicht auch mal Ratlosigkeit - frei nach dem Motto: Was will uns der Künstler/die Künstlerin damit sagen?
In der Summe wird die Ausstellung ein wenig frecher, verrückter als sonst, berichtet die Künstlervereinigung. Neu in der breit gefächerten Palette der Materialien und Techniken ist das Thema Filz: ein betörendes textiles Medium mit ungeahnten Gestaltungsmöglichkeiten. So setzt Irene Reinhardt (Coburg) unter anderem das klassische Thema "Portrait" in Filztechnik um - mit keinem geringerem als Martin Luther als Protagonisten.


Vernissage am Sonntag

Ebenfalls mit dem Thema Portrait hat sich Barbara Winkler (Bamberg) beschäftigt. Sie hat Portraits einer Schwarzafrikanerin und des deutschen Schauspielers Jürgen Tarrach aus Sockenwolle gestrickt und sich dabei auf die Farben schwarz und weiß beschränkt.
Sehr großformatige, wilde, farbintensive freie Malerei von Johannna Pohl (Bischberg) steht neben feinsinnigen, tiefgründigen Installationen von Andrea Landwehr-Ratka, die neben einer Seelen-Garderobe diesmal unter anderem zwei Seelen-Garagen zeigt.
Donald Trump lässt grüßen in Form eines Bärchens, der mit einem hochgehaltenem Schild wirbt: "Form & Farbe First"; eine Stahlskulptur von Gerd Krämer (Coburg). Zu den angegebenen Öffnungszeiten sind jeweils mindestens zwei der ausstellenden Künstler persönlich vor Ort und stehen den Besuchern für Fragen oder eine kleine Führung durch die Ausstellung zur Verfügung.
Auch die Gemeinschaftsarbeit "Das Band", bei der alle teilnehmenden Künstler einen Raum mit Bildern im selben Format, in der gleichen Technik und zum gleichen Verkaufspreis ausstatten, wird es wieder geben. Eröffnet wird die Schau am Sonntag, 23. Juli, um 15.30 Uhr durch Landrat Johann Kalb (CSU). Die Ausstellung ist geöffnet bis 27. August, jeweils Samstag, Sonntag und feiertags von 11 bis 18 Uhr. red