Die Arzneipflanze des Jahres, der Weißdorn, ist etwas in Vergessenheit geraten. Dem wollte Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin Würzburg mit einem Vortrag im Kräuter-Garten entgegenwirken.

Vom Weißdorn (Crataegus La evigata) gibt es viele Arten. Er zählt zu den Rosengewächsen und blüht, wenn die Blätter schon deutlich ausgeprägt sind. Verwendet werden Blätter und Blüten oder auch Früchte. Die Inhaltsstoffe sind Procyanidine und Flavonoide. Diese verbessern die Durchblutung des Herzmuskels und steigern die Pumpkraft des Herzens und somit auch die Kontraktionskraft.

Wissenschaftlich anerkannt ist die Anwendung nur noch bei nervösen Herzbeschwerden. "Das ist schade", findet Tobias Niedenthal, weil man mit Weißdorn jahrzehntelang gute Erfahrungen als Einstiegsmittel bei leichter Herzinsuffizienz gemacht habe, bei denen man noch keine chemisch definierten Herzmittel geben wollte. Das sei aber nicht berücksichtigt.

In der Volksheilkunde wird Weißdorn bei funktionellen Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen und wohl weiter bei leichter Herzinsuffizienz angewendet. Bei leichten Beschwerden kann ein Tee einfach selbst zubereitet werden. Ansonsten greift man auf Kapseln oder Tabletten zurück.

Hier ein Rezept für einen Weißdorntee: Zwei Teelöffel Weißdornblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich drei- bis viermal eine Tasse trinken. red