Etwa 1800 Leistungsbezieher oder arbeitslose Menschen betreut das Jobcenter Coburg-Stadt. "Zwei Drittel davon sind Langzeitarbeitslose", weiß Frank Bittel. Der Geschäftsführer des Jobcenters Coburg Stadt im Hinteren Floßanger und Dritter Bürgermeister Thomas Nowak stellten Anfang der Woche zwei neue Fördermöglichkeiten vor. Seit Jahresanfang sollen damit einerseits Teilhabe- und Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose geschaffen werden, zum anderen soll ein neuer Lohnkostenzuschuss an Arbeitgeber Langzeitarbeitslose wieder in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bringen.

Nach den Worten von Drittem Bürgermeister und Sozialreferenten Thomas Nowak sah sich die Politik in der Vergangenheit mit dem Vorwurf konfrontiert, "die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt, aber die Zahl der Langzeitarbeitslosen bleibt konstant hoch". Unter dem Titel "MitArbeit" hat das Arbeitsministerium des Bundesministers Hubertus Heil ein Konzept gegen Langzeitarbeitslosigkeit vorgelegt. Das Teilhabe-Chancengesetz schafft seit Jahresbeginn neue Möglichkeiten auf dem allgemeinen und dem sozialen Arbeitsmarkt. Mit den beiden neuen Förderungen unterstützen die Jobcenter die Arbeitgeber mit Lohnkostenzuschüssen, wenn sie Personen der jeweiligen Zielgruppe einstellen. Denn je länger Menschen ohne Arbeit sind, desto schwieriger wird der Weg zurück in eine regelmäßige Beschäftigung. "Dafür haben wir ausreichend Mittel", so Frank Bittel.

Wege zurück ins Erwerbsleben

Mit der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen werden Menschen unterstützt, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind. Im ersten Jahr zahlt das Jobcenter 75 Prozent des Lohnes, im zweiten Jahr die Hälfte des regelmäßig bezahlten Arbeitsentgelts. Weiter werden eine begleitende Betreuung finanziert und ganz oder teilweise eine Weiterbildung. Die Förderung hier von sozialversicherungspflichtigen Jobs kann maximal zwei Jahre andauern. "Die Coaches helfen den Betroffenen, wieder den Alltag zu organisieren und dem Leben eine regelmäßige Struktur zu geben", so Thomas Nowak.

Die zweite Säule ist die "Teilhabe am Arbeitsmarkt". Hier zahlt das Jobcenter für längstens fünf Jahre Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber, wenn diese Langzeitarbeitslose einstellen, die mindestens sechs oder mehr Jahre ohne Arbeitseinkommen waren und Harzt IV bezogen haben. "Auch hier stehen Coaches beratend und helfend zur Seite", sagt Stefanie Knörnschild vom Jobcenter Coburg Stadt. Ebenfalls werden die Kosten für eine Weiterbildung übernommen. Mit dem Teilhabegesetz sollen auch Alleinerziehende und Schwerbehinderte wieder eine Chance auf Arbeit bekommen.

In den ersten beiden Jahren übernimmt das Jobcenter die kompletten Lohnkosten, im dritten Jahr 90 Prozent, im vierten Jahr 80 sowie im fünften und letzten Jahr des Arbeitsverhältnisses 70 Prozent. Grundsätzlich bezieht sich der Lohnzuschuss auf tarifgebundene und -orientierte sowie kirchliche Arbeitgeber.

Informationen für interessierte Arbeitgeber erteilt Natalie Seibt vom Jobcenter Coburg Stadt, Hinterer Floßanger 10, 96450 Coburg, Telefon 09561/2365-124, E-Mail: natalie.seibt@jobcenter-ge.de.