Die Frühjahrssammlung der Arbeiterwohlfahrt steht unter dem Motto "Arm in einem reichen Land" und findet ab sofort bis zum 11. März statt. In dieser Zeit werden ehrenamtliche Sammler an den Haustüren persönlich um Spenden bitten.
15 Prozent der Bevölkerung in Bayern gelten als arm oder von Armut bedroht. Manche Personengruppen sind noch stärker betroffen als der Durchschnitt. So tragen knapp 22 Prozent der Rentner ein Armutsrisiko sowie nahezu 40 Prozent der Alleinerziehenden. Außerdem: "Wie viele Menschen im Freistaat wohnungslos sind, kann niemand genau beziffern, denn es gibt keine amtliche Wohnungslosenstatistik. Dieses statistische Instrument fordert die Arbeiterwohlfahrt ebenso wie Chancengleichheit für alle Menschen im Freistaat", sagt Awo-Landesvorsitzender Thomas Beyer. Um das zu erreichen, sei die gesamte Bevölkerung gefragt.
Die Awo halte vielfältige Angebote vor. Mit manchen wie den Fachstellen zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit, der Schuldnerberatung und Kleiderläden werde Armut direkt bekämpft; mit anderen wie Kitas und Tagespflegeeinrichtungen werde indirekt dazu beigetragen, dass Armut gar nicht erst entsteht.
"Wenn Kinder betreut und Angehörige gepflegt werden, können die Bürger sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen nachgehen", so Thomas Beyer. Armut sei kein Schicksal, das die Betroffenen hinzunehmen haben. Die Sammlung helfe, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. red