Der Hospizverein Höchstadt bleibt unter seiner bewährten Führung. Bei der Jahreshauptversammlung erhielt fast das komplette Vorstandsteam erneut das Vertrauen der Mitglieder. Lediglich Schatzmeister Bernd Ehrlicher gab sein Amt ab, zu seiner Nachfolgerin wurde Michaela Wedel gewählt.
"Die Hospizidee ist ein Konzept von menschenwürdigem Sterben in vertrauter Umgebung. Sie betrachtet das Sterben als Teil des Lebens, der weder aktiv abgekürzt, noch künstlich verlängert werden soll", ist auf der Homepage des Vereins zu lesen. Vielmehr sei Hospiz Lebenshilfe, "in der es darum geht, den verbleibenden Tagen Leben zu geben, statt dem zu Ende gehenden Leben nur Tage hinzuzufügen". Vorsitzende Anita Wedel, die auch Altlandrat Eberhard Irlinger begrüßen konnte, betonte, dass der Verein mit seinen 105 Mitglieder - darunter sind 22 Hospizbegleiter - wieder viel in Höchstadt und Umgebung geleistet hat. Sie erinnerte an sechs Helfertermine inklusive einer Supervision und vier Vorstandssitzungen.
Seit Juni 2017 gibt es laut Wedel eine Sprechstunde an jedem ersten Dienstag im Monat von 17 bis 18.30 Uhr im Kommunbrauhaus und einen wöchentlichen Besuchsdienst auf der Palliativstation in St. Anna. Hans-Joachim Laugwitz berate zusätzlich über Patientenverfügung, Betreuungsvollmacht und mehr. 2017 habe es 52 Begleitungen (831 Stunden) gegeben, davon acht im häuslichen Bereich oder im Seniorenheim. Ferner habe man 32 Betroffene (46 Stunden) beraten. "Die Aktiven leisteten im vergangenen Jahr insgesamt 1649 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit."
Aus dem Kassenbericht durch Bernd Ehrlicher, der das Amt 2015 von Walter Zwingel übernommen hatte, ging hervor, wie gut der Verein auch aufgrund der zahlreichen Spenden das steht. Dies sei ein Zeichen, dass die Hospizarbeit in der Öffentlichkeit wahrgenommen und die Arbeit des Vereins hoch geschätzt werde. Am Ende erklärte er den Mitgliedern, dass er in Zukunft nicht mehr für das Amt des Schatzmeisters zur Verfügung stehen werde. "Ich hinterlasse ein gut gefülltes Konto, und nun müsst ihr auch für die Erhaltung der Gemeinnützigkeit sorgen", sagte er.
Anita Wedel bedankte sich bei ihren Vorstandskollegen für die Unterstützung und ging kurz auf ihre Gefühle bei der Begleitung ein: "Wenn ich mich mit dem Menschen austauschen kann und sehe, dass er sich freut, bringt mir das selbst auch sehr viel." Sie und jeder andere Begleiter solle sich voll auf den Sterbenden einlassen.
Ein kurzer, beeindruckender Film mit Bildern und einzelnen Schlagworten aus dem Bereich der Hospizarbeit beendete den Abend.