Zum Schreibwettbewerb "Ja! Junge Autoren" hatte der DDM-Zweckverband mit dem Literaturverein Kulmbach eingeladen. Die Prämierung der Arbeiten fand am Samstag im Vortragssaal des Dampflok-Museums statt.
Platz 1 ging an die 15-jährige MGF-Gymnasiastin Antonia Schmidt aus Stadtsteinach für ihre Arbeit "Abschied". Sie hatte sich vom Geschichtsunterricht inspirieren lassen: "Wir haben Bilder von Eisenbahnen gesehen, wo die ganzen Sprüche draufstanden, und die sind mir wieder eingefallen. Da habe ich mir gedacht, wie es ist, wenn man seinen Mann in den Krieg verabschieden muss." In der authentischen Geschichte, die den 4. August 1914 am Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg beschrieb, würdigte die Jury unter dem Vorsitz von Karin Minet die "eindrucksvolle Sprache" und die "tiefe, realistische Textausgestaltung"
Was ihre Zukunftspläne angeht, verriet die junge Stadtsteinacherin: "Ich möchte gerne Pfarrerin werden, aber ich möchte auch weiter schreiben."
Landrat Klaus Peter Söllner stellte fest, dass der Literaturverein Kulmbach öffentlich nicht so präsent ist: "Als die Anfrage kam, ob das DDM als Themenpate für einen Schreibwettbewerb zur Seite stünde, waren wir überrascht, aber auch von der Idee überzeugt." Die Eisenbahn bildete für den Schreibwettbewerb ein großes Feld, zum einen, um Schranken zu setzen und zum anderen, doch die weite Welt offenstehen zu lassen. Söllner: "Niemand ist unter uns, der nicht eine Anekdote oder eine Satire über die Bahn zum Besten geben kann."
Lange wurde gezittert, ob genügend Einsendungen eintreffen würden, um den Wettbewerb überhaupt durchführen zu können. Doch pünktlich zum Stichtag trafen die Werke von 16 jungen Autoren ein. Landrat Söllner würdigte deren Mut, das leere Blatt zu bezwingen: "Für die Zukunft wünsche ich allen Teilnehmern etwas Langeweile, damit weiter so brillante und überraschende Geschichten zu Tage kommen wie diese, die wir heute prämieren."
Bürgermeister Siegfried Decker freute sich, dass Neuenmarkt den Rahmen für diesen Wettbewerb bilden konnte. Auch im Zeitalter der neuen Medien und der Elektronik gehöre Schreiben und Lesen immer noch zu den Topqualifikationen.
Platz 2 ging an Jannik Schulz (MGF Kulmbach) für sein Gedicht "Eine letzte Fahrt", Platz 3 holte Tamara Zeidler (Marktschorgast, CVG Kulmbach) mit "Die Zugfahrt". Auf den weiteren Plätzen landeten Simon de Ridder (CVG Kulmbach) mit der Reisegeschichte "Transsibirskaja" und Alina Backhaus (Hans-Wilsdorf-Schule Kulmbach) mit "Menschliche Züge".
Der Sonderpreis der Buchhandlung Rupprecht ging an das MGF mit zehn Einsendungen.