Die vorliegenden Bauanfragen sind für die Marktgemeinde Nachweis genug, um im Ortsteil Schirnsdorf neues Bauland auszuweisen. Hauptpunkt der Sitzung am Dienstag war die Abwägung der Stellungnahmen, die in der Auslegung zur Änderung des Flächennutzungsplans eingegangen waren. Die Änderungen beziehen sich auf den Bereich der Bogenschießanlage (nahe der Kläranlage in Mühlhausen) und auf die Ausweisung eines dörflichen Mischgebiets "Schleifwegäcker" in Schirnsdorf. Die Festsetzung eines Dorfgebietes (MD) habe man gewählt, um den dörflichen Charakter zu erhalten und die bestehenden landwirtschaftlichen Betriebe zu schützen, so die Argumentation der Gemeinde.

Bei der Baugebietsausweisung moniert das Bauamt, dass - als Bedarfsnachweis - "Zahlen zur Bauentwicklung fehlen". Anders als die Behörde hielten Planer Georg Schreiber und das Ratsgremium den Bedarfsnachweis durch die bestehende Nachfrage für ausreichend erbracht. Ohnehin hatte man die ursprünglich angedachten 16 Baugrundstücke bereits auf neun Parzellen reduziert. Das Bauamt möchte zudem, dass im Gegenzug an anderer Stelle im Innenbereich von Schirnsdorf ausgewiesene Bauflächen wieder rückgängig gemacht werden. Das Gremium sah keinen Sinn darin, die vor Jahren überplante, aber nie bebaute Fläche wieder zurückzunehmen. Auf Klima oder Umwelt habe es ohnehin keinerlei Einfluss, wenn das Gelände zurückgestuft werde. Hingegen hätte ein solches Verfahren einen großen Verwaltungsaufwand zur Folge.

Die Stellungnahmen der Behörden zum Bebauungsplan Schleifwegäcker waren in vielen Teilen deckungsgleich mit denen im Flächennutzungsplanverfahren. Mit dem in der Sitzung gefassten Satzungsbeschluss ist der Bebauungsplan Schleifwegäcker eigentlich abgeschlossen. Er kann jedoch noch nicht in Kraft gesetzt werden, da zuvor der Flächennutzungsplan abgeschlossen sein muss. Dieser muss noch einmal ausgelegt werden, da bei der Bekanntmachung im Amtsblatt ein Fehler unterlaufen war.

Der Anteil von Fremdwasser im Kanalnetz sei in der Marktgemeinde "relativ hoch", erläuterte Ingenieur Georg Schreiber vom Tiefbaubüro Maier. Das Höchstadter Ingenieurbüro ist mit der Durchführung des Verfahrens für die wasserrechtliche Genehmigung beauftragt. Eine Neuberechnung der Entlastungsbauwerke sei notwendig, so Schreiber. Der Fremdwasseranteil im Kanal liege in Mühlhausen teilweise bei 30 bis 40 Prozent, so dass Messungen zu empfehlen seien. Dies sei zwar nicht zwingend notwendig, aber "eine saubere Lösung".

Wasser wird gemessen

Bürgermeister Klaus Faatz erhofft sich sogar bessere Werte, die für die Berechnung der Bauwerke zugrunde gelegt werden können. Fremdwasser im Kanal sei ein Kostenfaktor, so Faatz. Es müsse gepumpt und gereinigt werden. Nach einer lebhaften Diskussion wurde bei einer Gegenstimme entschieden, alle acht Messstellen auf Fremdwasser prüfen zu lassen. Die Kosten werden auf 10 000 bis 12 000 Euro geschätzt.