theresa schiffl Landrat Alexander Tritthart (CSU) scheint mit dem Landkreishaushaltsplan für 2020 zufrieden zu sein. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt soll sich 2020 einiges rühren. Und nicht nur das: Zum zweiten Mal in Folge kann der Landkreis einen Haushalt ohne neue Kreditaufnahme vorlegen. Trotzdem steht genügend Geld zur Verfügung, um die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Bürger zu verbessern. Das Gesamtbudget von 171,3 Millionen Euro soll vor allem für die Schwerpunkte Bildung, soziale Sicherung, Verkehr, Gesundheit und Verwaltung verwendet werden. Für Lonnerstadt gibt es zum Beispiel bald eine Ampel für mehr Sicherheit an der B 470 / ERH 18.

Schwerpunkte im neuen Jahr

Lob gab es unter anderem für das im Juni 2018 neu bezogene Landratsamt. "Nicht nur die Mitarbeiter des Landratsamtes, sondern auch die Bürger schätzen den Neubau als funktionales, serviceorientiertes, barrierefreies und bürgerfreundlich konzipiertes Gebäude", resümiert Tritthart über den Neubau.

Das Thema Bildung sei ebenfalls für die Attraktivität des Landkreises wichtig und soll weiter ausgebaut und verbessert werden. Nicht nur die Schulausstattung soll erneuert und modernisiert werden, sondern auch beim Ausbau der digitalen Bildung sollen 4,1 Millionen Euro, von denen Bund und Freistaat Bayern 3,4 Millionen Euro beisteuern, investiert werden. Neben Neubauten wie die des Emil-von-Behring Gymnasiums in Spardorf werden weitere energiesparende Gebäudesanierungen durchgeführt.

In Lonnerstadt am Knotenpunkt B 470 / ERH 18 soll eine Ampel für mehr Sicherheit sorgen. Die Unfallkommision im Landkreis, das Staatliche Bauamt Nürnberg und die Regierung von Mittelfranken stellten nach einer Auswertung und Analyse fest, dass es an der Kreuzung zu einer vermehrten Unfallhäufung kommt.

Ampel für Lonnerstadt

Damit die Ampel dort aufgestellt werden kann, musste eine Vereinbarung zwischen dem Bund und Landkreis abgeschlossen werden. Nun muss alles noch am 7. Februar vom Kreisrat beschlossen werden. Es gab jedoch auch Kritik: Walter Nussel (CSU) und Andreas Hänjes (SPD) haben sich noch einmal für einen Kreisverkehr ausgesprochen.

Das dauere jedoch mehrere Jahre, erklärt Hannah Reuter-Özer von der Pressestelle. Ein genaues Datum, wann die Ampel stehen soll, gibt es aktuell noch nicht. Insgesamt wird mit 164 696 Euro an Baukosten gerechnet, von denen der Landkreis 23 Prozent (37 880 Euro) und 5 Prozent (1894 Euro) übernimmt.

"Der Ausbau des ÖPNV, der mir ganz besonders am Herzen liegt, war in den zurückliegenden Jahren eines der wichtigsten Projekte des Landkreises", sagt Tritthart. Ziel war der Auf- und Ausbau einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur.

Das Fahrplanangebot konnte um ungefähr 50 Prozent ausgeweitet werden. Diese Verbesserungen würden künftig auch den Haushalt belasten. Deshalb müsse nicht nur über weitere Verbesserungen und Vergünstigungen gesprochen werden, sondern auch darüber wie diese finanziert werden sollen.

Investitionen in Krankenhaus

Tritthart betont in seinem Bericht, dass das Kreiskrankenhaus St. Anna von großer Bedeutung für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung ist. Die fachlich und qualitativ hochwertige Versorgung werde besonders durch die Kooperation und Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik in Erlangen sichergestellt. Bald soll die Baumaßnahme "Strukturverbesserung und hygienische Optimierung" abgeschlossen werden. Dafür wurden 17,1 Millionen Euro investiert, der Freistaat Bayern gewährt eine Förderung nach dem Bayerischen Krankenhausgesetz in Höhe von 13,9 Millionen Euro.

Ein Problem der Baumaßnahme sei jedoch, dass der Krankenhausbetrieb stark beeinflusst wird und auch nur eine eingeschränkte Bettenkapazität vorhanden ist. Zudem gibt es weitere Punkte, wie die zunehmende Digitalisierung, steigende Anforderungen durch Gesetze sowie fehlendes Personal in der Pflege, die für das Kreiskrankenhaus Herausforderungen darstellen.

Deshalb seien auch in Zukunft weitere Investitionen notwendig. Der Haushaltsplan sieht eine Finanzierung des ausgewiesenen Fehlbetrags von rund 2,167 Millionen Euro sowie einen ergänzenden Zuschuss in Höhe von 100 000 Euro für technische und medizinische Ausstattung vor.