Während der Feiertage wie Weihnachten, Ostern und Muttertag, die für die einen die schönste Zeit im Jahr sind, atmen andere auf, dass die für sie einsamste Zeit vorbei ist. "Einsamkeit ist für die Betroffenen ganz schlimm. Leider trifft das auch auf viele ältere Menschen in Franken zu", weiß die Leiterin der Sozialen Angebote beim Malteser Hilfsdienst, Daniela Eidloth.

Umso mehr freut sie sich, dass die Malteser mit dem "Malteser Patenruf" einen ehrenamtlichen Dienst gegen die Vereinsamung von Senioren und Hilfebedürftigen anbieten können. Rund 25 Ehrenamtliche betreuen als "Paten" über 300 einsame Mitmenschen in Franken und rufen sie zu vereinbarten Zeiten regelmäßig an. Der größte Anteil der angerufenen Personen sind Kunden des Malteser Hausnotrufes, aber inzwischen fragen auch immer mehr vereinsamte ältere Menschen dieses Angebot der Malteser nach.

"Doch uns fehlen weitere Paten, um alle Nachfragen bedienen und das Angebot noch mehr Senioren anbieten zu können!", erklärt Benjamin Stephan, Koordinator des Malteser Patenrufs. Die Idee, die hinter dem Telefonpatenruf steht, ist simpel: Den Senioren, die den Patenruf in Anspruch nehmen, wird ein regelmäßiger Anruf zugesagt. Ziel ist es, möglichst passgenau die Gesprächspartner zu vermitteln. Somit wird durch die Standortkoordination je nach Interessen, Biographie und Erfahrungen der passende Ehrenamtliche vermittelt.

In der Folge finden regelmäßige Anrufe durch eben diesen Ehrenamtlichen statt, so dass die Senioren immer den gleichen Gesprächspartner haben, der anruft, zuhört und mit ihnen über das spricht, was sie auf dem Herzen haben. "Genau durch diese Kontinuität entstehen Bindung und Vertrauen", so Stephan.

Damit die Ehrenamtlichen auch wirklich gute Gesprächspartner sind, bieten ihnen die Malteser zunächst ein so genanntes Telefon-Seminar, bei dem sie Einiges über Gesprächsführung lernen. "Gut zuhören zu können, ist zwar eine Kunst, die kann man aber erlernen", weiß Stephan. Ihm ist es wichtig, den Freiwilligen auch das nötige Handwerkszeug mitzugeben. "Schließlich könnten die Gespräche auch mal unerwartete Wendungen nehmen."

Privatsphäre bleibt gewahrt

Darauf sollen die Ehrenamtlichen zum einen vorbereitet werden, zum anderen soll ihnen aber auch klar sein, dass von ihnen nicht erwartet wird, ernsthafte Probleme am Telefon zu lösen. "Wenn jemand merkt, dass ein Thema zu schwer für ihn wird, sollte er es zum Beispiel an die Telefonseelsorge oder andere Ansprechpartner für derartige Notfälle abgeben", empfiehlt er.

Damit die Privatsphäre der Ehrenamtlichen gewahrt bleibt, sind die Telefonate außerdem einseitig. "Der Anruf kommt immer von dem Ehrenamtlichen, der zu festen Zeiten anruft", erläutert Stephan.

Für Hermine W. ist der Patenruf was ganz Besonderes: "Als Telefonpatin kann ich Vertrauen, Halt und Freude schenken. Der Austausch der gemeinsamen Lebenserfahrungen hat mir oft geholfen, die Dinge mit ganz anderen Augen zu sehen." red