Im wohl für längere Zeit letzten Auftritt in der europäischen Basketball-Königsklasse in Bamberg verpasste das Brose-Team am Donnerstagabend den sechsten Euroleague-Heimsieg in Folge. Dass sich der deutsche Meister gegen Armani Mailand mit 78:83 (43:43) geschlagen gaben musste, lag an einer schwachen Schlussphase, in der sich der ansonsten starke Daniel Hackett und seine Mitstreiter zu sehr in Einzelaktionen verstrickten und auf der anderen Seite die herausragenden Individualisten der Italiener im Eins-gegen-eins nicht stoppen konnten.
"Wir sind enttäuscht, da wir unseren Fans gerne im letzten Euroleague-Heimspiel der Saison einen Sieg geschenkt hätten. Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen ebenbürtigen Gegner, der gezeigt hat, dass er die individuelle Klasse besitzt, ein Spiel bis zum Ende auf hohem Niveau zu spielen. In den letzten Minuten hatten wir Probleme, die Aggressivität Mailands zu kompensieren", analysierte der neue Brose-Trainer Luca Banchi, der mit der Armani-Mannschaft 2014 den italienischen Titel gewonnen hatte.
Ohne Kapitän Nikos Zisis, der aufgrund von Nackenproblemen geschont wurde, und Ricky Hickman, der im Schlussviertel wegen eines ausgekugelten Daumens zusehen musste, fehlte dem Angriffsspiel in der entscheidenden Phase die Struktur, so dass Milano den 60:66-Rückstand wettmachen und noch als Sieger über die Ziellinie gehen konnte.


Drei Center punkten zweistellig

Nach einem schwachen ersten Viertel (23:28) zeigten neben Hackett (17 Punkte) vor allem die langen Leute Leon Radosevic (13/5 Rebounds), Augustine Rubit (12/5) und endlich auch einmal wieder Dejan Musli (10/5) im zweiten und dritten Abschnitt ihre Klasse. Alle zehn eingesetzten Akteure spielten zudem mindestens einen Ball, der unmittelbar zu einem Korberfolg führte (insgesamt 19 Assist), so dass der deutsche Meister lange wie der sichere Sieger aussah.
So sah Banchi, der seinen Leistungsträgern im Hinblick auf das schwere Bundesliga-Heimspiel am Sonntag (siehe Vorschau rechts) gegen Ludwigsburg in dieser bedeutungslosen Partie längere Pausen gönnte, auch positive Ansätze: "Wir müssen mitnehmen, dass wir aus Rückständen wieder nach vorne gekommen sind, dass wir das Spiel über weite Strecken kontrolliert haben."