Nach 32 Jahren sportlicher Leitung unter Walter Jopp hat nun Christopher Meindl die Zügel für das Königsschießen des SV Bavaria Thulba e.V., das Highlight des sportlichen Jahres, in der Hand. "Den Resetknopf drücken" lautete Meindls Motto. Denn das Königsschießen, wie es die Mitglieder und Gäste seit Jahren kennen, stagnierte. Durch das Suchen eines neuen sportlichen Verantwortlichen für dieses Schießen lag es auch nahe, dem Ganzen einen neuen organisatorischen Rahmen zu verpassen.

Aus 13 Disziplinen wurden kurzerhand 23 gemacht. Diesen hohen Anstieg rechtfertigt Meindl mit seiner Idee, die dahintersteckt. "Wir wollen so viele Schützen und Schützinnen, aber auch Gäste, animieren, an diesem Event teilzunehmen und neue Disziplinen, aber auch ganz neue Waffenarten kennenzulernen!" So wurden die Sparten Bogenschießen für Erwachsene (vier Disziplinen), eine reine Damenscheibe, die nagelneue Trendsportart "Blasrohrschießen", aber auch eine Kombination aus verschiedenen Disziplinen eingeführt.

Mit der Gaudischeibe "Schnapszahlschuss", aber auch der "Lucky-Loser-Scheibe" sind nun zwei Disziplinen dabei, bei denen eine gehörige Portion Glück benötigt wird. Weiterhin können nun fast alle Disziplinen aufgelegt geschossen werden. Somit kann ein Gästeschütze an insgesamt neun Disziplinen im Schützenhaus und an drei Disziplinen auf der Bogenwiese teilnehmen.

Der große Umfang fordert allerdings auch seinen Tribut. So müssen über dutzende Sachpreise gekauft, Scheiben gemalt, Pokale und Orden bestellt und dutzende Klinken für Spenden geputzt werden. "Diesen Aufwand hat Walter seit Jahrzehnten alleine auf sich genommen und mit Bravour gemeistert. Das ist nahezu einmalig", lobt 1. Schützenmeister Michael Meindl seinen bisherigen Verantwortlichen. Man habe sich um nichts kümmern müssen, da man wusste, dass alles bis ins Detail durchdacht und in den besten Händen ist. "Er hinterlässt große Fußstapfen."

Dorfevent für jedermann

Aus dem Vereinsschießen soll nun ein offenes Dorfevent für jedermann werden, bei dem sowohl der Spaß für jeden, aber auch der sportliche Anreiz im Vordergrund stehen, und das in einer großen Sause endet. Denn am Samstag, 24. November, steht die Königsproklamation an, bei der alle Gewinner ihre Preise überreicht bekommen.

"Natürlich gibt es auch kritische Stimmen", erklärt Schützenmeister Meindl. Denn vielen komme die Anzahl der Disziplinen zu hoch vor, doch genau das ist so gewollt, denn anhand der Teilnahme an den einzelnen Disziplinen wird geschaut, was bei der breiten Masse ankommt - und was nicht. red