Es gibt eine neue Ausstellung im Foyer der Landesbibliothek Coburg. Bis 25. August wird die Schau "Wege nach ,Cathay‘: Reiseberichte und landeskundliche Werke über China aus den Büchersammlungen der Coburger Herzöge" gezeigt.
Die Coburger Herzöge waren leidenschaftliche Büchersammler. In einer Zeit ohne Fotografie, Kino, Fernsehen und Internet waren Bücher über fremde Länder äußerst beliebt. Seit dem 16. und 17. Jahrhundert öffnete sich allmählich der Blick Europas auf die Welt, und im 18. Jahrhundert gehörten Berichte über Reisen nach China sowie Informationen über Land und Leute im fernen Reich der Mitte in die Bibliothek des gebildeten Europäers.
Erstmals zeigt die Landesbibliothek Coburg eine Auswahl von Werken mit Chinabezug, die hauptsächlich Coburger Herzögen und Herzoginnen gehörten. Sie stammen aus dem 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Das älteste gezeigte Stück ist sogar noch älter und gehörte einst dem Coburger Kanzler Johann Conrad von Scheres genannt Zieritz (1641-1704), der im nahen Wiesenfeld begütert war. Diese um 1500 auf Pergament geschriebene Handschrift enthält einen Top-Titel des Mittelalters: die Abschrift einer deutschen Fassung der wohl erfundenen Reisen des Johann von Mandeville. Vorgeblich war er 1322, also in der Zeit Marco Polos, bis nach "Cathay" (China und Südostasien) gelangt.
Ein weiteres Spitzenstück in der von den beiden China-Wissenschaftlern Dorothee Schaab-Hanke und Martin Hanke entwickelten Ausstellung stellt die handkolorierte Ausgabe des "Novus Atlas Sinensis" des italienischen Jesuiten Martino Martini (1614-1661) dar.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Landesbibliothek Coburg frei zugänglich: montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr; freitags und samstags von 10 bis 13 Uhr. Während der bayerischen Schulferien ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. red