Die derzeitige Tropen-Hitze ist eine gute Vorbereitung für Lara Regenspurger, denn in Dunedin in Florida herrschen momentan fast exakt die gleichen Temperaturen wie hier. Am 8. August wird die 16-jährige Coburgerin in die USA reisen, um dort ein Schuljahr lang bei einer Gastfamilie zu leben, Land und Leute kennenzulernen. Sie ist damit eine von insgesamt 360 Schülern und jungen Berufstätigen, die für das Parlamentarische Partnerschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages ausgewählt wurden.
Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach (CSU), der das Programm in seinem Wahlkreis Coburg/Kronach betreut, verabschiedete die junge Coburgerin am Dienstagnachmittag auf dem Vogelschießen. Dabei, so Michelbach, könne man die Gelegenheit nutzen, etwas typisch Deutsches mit aufs Foto für die Gastfamilie zu bringen: Volksfest und Maßkrüge - natürlich mit alkoholfreiem Inhalt.
Auch Geschenke hatte Michelbach für Lara Regenspurger mitgebracht: Ein dickes Buch, mit vielen Informationen über den Bundestag für die Gastfamilie und ein buntes Badetuch, schließlich liege das Reiseziel Dunedin in der Nähe von Tampa, am Golf von Mexiko.
Doch Lara Regenspurger wird, wie alle ihre Vorgänger in den vergangenen 24 Jahren, nicht nur Geschenke im Gepäck haben, sondern auch eine große Aufgabe, denn sie wird in den USA auch ihre Heimat Oberfranken als Botschafterin vertreten. Wie fühlt sich das an? "Anfangs vielleicht ein bisschen komisch", sagt die 16-Jährige. Es sei natürlich eine große Aufgabe, aber auch "cool", die Heimat vertreten zu dürfen.


Stolz auf die kleine Schwester

Zu ihren Gasteltern hatte sie bereits Kontakt. "Wir haben uns schon geschrieben, sie sind sehr nett." Zuhause in Coburg hat sie eine große Schwester, in den USA dann sogar zwei. "Eine ist in meinem Alter, die andere ist 22", erzählt sie. Ihre eigene Familie hier in Coburg habe kein Problem damit, dass die Jüngste für so lange Zeit ins Ausland geht, schließlich hat es ihre Schwester Kira schon vorgemacht - und die ist mächtig stolz auf ihre kleine Schwester Lara.
Viel Zeit zum Eingewöhnen wird die 16-Jährige nicht haben. Am 8. August fliegt sie - übrigens nur mit einem Koffer, wie sie lachend erzählt - nach Florida, und am 13. August fängt dort schon die Schule an. Wenn sie Ende Juni 2019 zurückkommt, absolviert sie noch einmal ein paar Wochen der 10. Klasse am Casimirianum, dann geht es regulär weiter.
Bei den Leitern der Coburger Gymnasien komme das Programm sehr gut an, sagt Hans Michelbach und spricht von einer sehr guten Kooperation und hohem Engagement der Schulen. "Die Schulleiter sind dabei auch Triebfedern." Vom Casimirianum, Laras Schule, haben schon einige Male Schüler am PPP teilgenommen.
"Lara hat sich in einem langwierigen Verfahren gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt", sagt Hans Michelbach. "Sie ist ohne jeden Zweifel eine Bereicherung für das PPP und wird eine sehr gute Botschafterin sein." Das bestätigt seine Erfahrungen: "Die jungen Damen im Coburger Land haben immer mehr Mut als die jungen Männer und sind eher bereit, ihren Weg zu verlassen, um Neues kennenzulernen."
Dass sich der jungen Generation durch den Austausch vermitteln lasse, wie bedeutsam Zusammenarbeit ist, die auf gemeinsamen politischen und kulturellen Wertvorstellungen beruht, macht das PPP für Michelbach wertvoll. "Das ist für unser aller Zukunft sehr wichtig in einer Welt, die nicht einfacher geworden ist."