Zwölf Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumchen pflanzten die Nordhalbener Grundschüler und Kindergartenkinder im Rahmen des Projekts "Marktplatz der biologischen Vielfalt" am Regberg im Süden Nordhalbens.

Michael Büttner, Beauftragter der Marktgemeinde für das bayernweite Gemeinschaftsprojekt, hatte zusammen mit Naturparkranger Jan van der Sant und Uwe Deckelmann vom gemeindlichen Bauhof die Erdvorabeiten sowie die Jungbäume organisiert. "200 bis 300 Tierarten leben auf einem ausgewachsenen Obstbaum, deswegen sind die Fruchtträger nicht nur für uns wichtig" erklärte Büttner dem Nachwuchs, der mit eigenen Schaufeln angerückt war.

Die neugepflanzte Allee mit ihrem Obst soll später einmal der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Rund 800 Euro kostete die Aktion, die maßgeblich vom Bayerischen Jagdverband aus der Jagdabgabe für Biotopmaßnahmen getragen wird. Die Restfinanzierung erfolgt über das Projektbudget des "Biologischen Marktplatzes" und den Bayerischen Naturschutzfonds. An den rund zweistündigen Setzarbeiten beteiligten sich auch einige Eltern.

Das Projekt "Marktplatz der biologischen Vielfalt" entstand durch eine in Bayern einzigartige Kooperation von zehn ausgewählten Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Markt Tännesberg als Sitz sowie dem Bund Naturschutz in Bayern, Landesbund für Vogelschutz in Bayern und der Wildland Stiftung in Bayern. Gefördert wird es über den Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der Glücksspirale und unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Bayerischen Gemeindetag.

"Das Artensterben stoppen, die Lebensraumverluste eindämmen und der genetischen Verarmung von Lebensgemeinschaften vorbeugen sind dringende gesamtgesellschaftliche Herausforderungen. Sie erfolgreich zu meistern, kann nur gemeinsam gelingen", haben sich die Macher auf ihre Fahnen geschrieben. In Nordhalben stehen im Mittelpunkt der Erhalt der Artenvielfalt auf den Magerrasenflächen, der Schutz seltener Pflanzen und Tiere in Wald und Flur, die Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes, aber auch die Erzeugung und lokale Vermarktung hochwertiger Lebensmittel. Flächenentsiegelung und Umnutzung von Leerständen sind Antworten auf die demografische Entwicklung. In Zusammenarbeit mit den Staatsforsten soll der Waldumbau weiter vorangetrieben werden. Entscheidend wird sein, die Bevölkerung für den Wert eines intakten Naturraums zu sensibilisieren, sind sich die Verantwortlichen in Nordhalben einig.

Büttner hat bereits die nächste Aktion angekündigt, zu der auch die Bevölkerung eingeladen ist. Im Rahmen des "Marktplatzes der biologischen Vielfalt" wird am morgigen Samstag, 16. November. eine Vogelschutzhecke am Stengelshof gepflanzt. Beginn der Arbeiten am dortigen Feldweg ist um 9 Uhr. Norbert Neugebauer