Die Abschlussfeier der Klasse M10 der Mittelschule Gößweinstein fand unter besonderen Vorzeichen statt. Nicht nur die 17 Schüler mussten Abschied nehmen, sondern auch ihr Klassenleiter Roland Dannhardt, da dieser am Ende des Schuljahres in den Ruhestand gehen wird.

Nach einer Andacht in der Basilika begaben sich die insgesamt circa 100 Gäste in die festlich geschmückte Aula und konnten sich dort zunächst an einem von Schülerinnen und Eltern vielfältig gestalteten Buffet stärken.

Die Rektorin Andrea Kohl verglich das lebenslange Lernen mit dem Bau eines Hauses: "Heute feiern wir Richtfest!" Auf einem möglichst standfesten Fundament wurden in der Vergangenheit Keller (Kindergartenzeit), Erdgeschoss (Grundschulzeit) sowie ein Dachgeschoss (Mittelschulzeit) gebaut. Auch wenn einmal "Pfusch am Bau" das Fortkommen erschwert habe, hätten doch alle mit vereinten Kräften angepackt und den Rohbau fertiggestellt.

Aber mit der Fertigstellung des Rohbaus ist so ein Haus noch lange nicht bezugsfertig: Eine Ausbildung, eventuell auch gefolgt von weiteren Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen, muss absolviert werden. Viele weitere Arbeiten stehen an, bis alles einzugsfertig ist. Selbst dann ist meist noch nicht Schluss mit Lernen: Am Haus müssen erste Reparaturen durchgeführt werden, im Beruf stehen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an.

Schön für die Schule ist, dass nicht nur alle 17 Absolventen die Prüfung zur mittleren Reife bestanden haben. Besonders stolz ist die Schulleitung darauf, dass mit Lea Leicht die beste Absolventin des Landkreises Forchheim von der Mittelschule Gößweinstein kommt. Außerdem hat jeder einzelne einen Ausbildungsplatz beziehungsweise einen Platz in einer Schule ergattert.

"Egal, ob ihr als Elektroniker, Zerspanungsmechaniker oder Straßenbauer, als IT-Informatikkaufmann, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Kauffrau für Büromanagement, als Kosmetikerin oder Verkäuferin, als Altenpflegerin, Krankenpflegerin, medizinische Fachangestellte oder Erzieherin direkt in die Ausbildung geht, oder die FOS besuchen werdet, die Zeit, die auf euch zukommt, wird äußerst spannend werden", meinte Schulleiterin Kohl.

Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) betonte, dass ihn das doppelsinnige Motto der Abschlussklasse "Wenn wir lernen, dann hardt!" (wegen des Namens des Klassenleiters Dannhardt) beeindruckte. Er gab den Schülern nach dieser "hardten" gemeinsamen Arbeit die besten Wünsche mit auf den Weg, in der Hoffnung, dass sie sich gerne an ihre Schulzeit in Gößweinstein zurückerinnern werden. In kurzweiligen Filmen und Bildern ließen die Schüler nicht nur ihre vergangenen Jahre, sondern vor allem auch ihren Abschlussstreich Revue passieren. Beim Dank an die Lehrkräfte und den Klassenleiter hoben die Schüler und die Klassenelternsprecherin hervor, wie sie auf ihrem Ziel zum Abschluss immer wieder motiviert begleitet worden seien. Sie überreichten ihrem scheidenden Lehrer ein Ruhebänkchen, damit er sich von der anstrengenden Unterrichtsarbeit ausruhen kann und dabei stets an seine letzte Klasse erinnert wird.

Der Klassenleiter Dannhardt, verglich die vergangenen Jahre mit einem Flug, auf dem die Passagiere wie auch die Piloten die eine oder andere Turbulenz zu überstehen hatten. Er gab seinen Schülern den Rat, auf ihrem neuen Flug nie an Höhe und auch das Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Anschließend stellte er die "Duftnoten", welche die Schüler in den letzten Jahren hinterließen, in amüsanter Form dar.

Insgesamt erreichten die Schüler die Mittlere Reife mit einer Durchschnittsnote von 2,5. Nach der Zeugnisverteilung wurden die vier Schulbesten mit Gutscheinen, die von der Sparkasse Gößweinstein gesponsert wurden, ausgezeichnet: Lea Leicht 1,33, Lea Eckert 1,89, Leonie Lang und Michelle Mylius mit jeweils 2,0. red