Christoph Hägele

Nach den ursprünglichen Plänen des Forchheimer AfD-Kreisverbands sollte am kommenden Mittwoch ihr umstrittener Parteigenosse Björn Höcke in einem Hirschaider Gasthaus auftreten. Sollte. Denn statt in Hirschaid wird Höcke am Mittwoch nun auf dem Rathausplatz in Forchheim sprechen. "Es hat sich gezeigt, dass längst nicht alle Interessierten in der Hirschaider Gastwirtschaft Platz gefunden hätten", sagte Dominik Pflaum. Er ist Vorsitzender des Forchheimer AfD-Kreisverbands.
Neben pragmatischen Erwägungen dürfte die Änderung des Auftrittsorts auch parteiinternen Konflikten geschuldet sein. Der Bamberger AfD-Kreisverband soll sich von der Ortswahl seiner Forchheimer Parteifreunde überrumpelt gefühlt haben. Darauf machte diese Zeitung ein in der Vergangenheit gut informiertes oberfränkisches AfD-Mitglied aufmerksam. Hirschaid liegt im Landkreis Bamberg und damit im Zuständigkeitsbereich des dortigen Kreisverbands. "Es gab Unstimmigkeiten, die wir ausräumen konnten", bestätigte Pflaum. Der Bamberger Kreisvorsitzende Jan Schiffers lehnte es ab, die Angelegenheit öffentlich zu kommentieren.


Jusos wollen protestieren

Die als "Kundgebung" ausgewiesene und von 19 bis 21 Uhr terminierte Veranstaltung hat die Forchheimer AfD beim Landratsamt inzwischen angemeldet. Dies bestätigte Jürgen Kupfer, Leiter des Forchheimer Ordnungsamts. Neben dem Forchheimer Verein "Bunt statt braun" wollen auch die oberfränkischen Jusos gegen den Auftritt Höckes demonstrieren: "Die hasserfüllte Politik der AfD darf nicht unkommentiert bleiben", schreiben sie auf Facebook.
Höcke ist Vorsitzender der AfD im thüringischen Landtag und wird dem rechten Parteiflügel zugeordnet. Im Januar 2017 bezeichnete er das Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" und forderte eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Ein daraufhin eingeleitetes Parteiausschlussverfahren gegen Höcke wies ein Schiedsgericht inzwischen als unbegründet zurück.