Als wegweisenden Schritt für die Gemeinde bezeichnete Bürgermeister Bruno Kellner (VU) den einstimmig verabschiedeten Satzungsbeschluss für das Sondergebiet "Medizinisches Versorgungszentrum". "Mit dieser wichtigen Entscheidung wird die medizinische Versorgung, ansonsten ein Problem im ländlichen Raum, in der Marktgemeinde gesichert", betonte Kellner vor den Räten. Er machte deutlich, dass mit der Gewo-Bau ein professioneller Investor für das Vorhaben gefunden wurde, der jetzt ein Gebäude mit modernen hellen Praxisräumen erstelle.


Ausreichend Parkplätze

Anhand des Bauantrags, der im Freistellungsverfahren läuft, konnten sich die Marktgemeinderäte über das Bauvorhaben informieren. Das moderne, barrierefreie Ärztehaus wird rund 200 Meter entfernt vom Netto-Markt gebaut. Die zukünftige Hausarztpraxis mit mehreren Ärzten ist über 650 Quadratmeter groß. Für die Patienten gibt es ausreichend Parkplätze. Auf dem Gelände werden eine Apothekenfiliale und eine Automatenfiliale der VR-Bank entstehen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2018 geplant.
Ebenfalls einstimmig wurde der Bauantrag des Sozialteams Lappersdorf für eine soziotherapeutische Wohnstätte mit 40 Plätzen verabschiedet. Geschäftsführer Peter Weiß erläuterte, dass in dieser Einrichtung suchtkranke Menschen lernen sollten, zukünftig dauerhaft abstinent zu leben. Weil es bisher keine Einrichtung dieser Art im Landkreis Bamberg gebe, habe sich das Klinikum an das Sozialteam gewandt. Weiß machte deutlich, dass das Sozialteam langjährige Erfahrung bei der Betreuung suchtkranker Patienten habe. 40 Patienten werden in vier Wohngruppen untergebracht. Für sie ist auf dem Gelände "Im Stock" der Bau eines U-förmigen Gebäudes vorgesehen, informierte Planerin Anne Petrick. In diesem Gebäude befinden sich der Wohnbereich, die Küche und der gemeinsame Essbereich. Außerdem ist ein Zugang nach draußen auf die Terrasse geplant. Die Wohngruppen leben in Einzelzimmern, wobei sich jeweils zwei Personen den Sanitärbereich teilen. 20 Prozent der Zimmer sind rollstuhlgerecht. Im gegenüberliegenden zweiten Haus werden die Arbeits- und Beschäftigungstherapie in einem großen Raum untergebracht. Ferner sind eine Teeküche und Technikräume geplant. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2018 geplant. Ziel sei es, im Frühsommer 2019 die Wohnstätte zu beziehen, so der Geschäftsführer. Der Marktgemeinderat stimmte dem Bauantrag zu.