von unserem Redaktionsmitglied 
Bernhard Panzer

Herzogenaurach — Wenn Adidas auf der World of Sports seine Erweiterungspläne realisiert, dann wird das auch Umbauten auf den umliegenden Straßen erfordern. Denn theoretisch können bis zu 6300 Arbeitsplätze neu entstehen, wenn in vier bis fünf Jahren zwei große Bürogebäude nebst Parkhäusern und ein Bau mit Restaurant und für Meetings entstehen. Für die Nordumgehung und zwei Kreisstraßen bedeutet das: Ausbau der Knotenpunkte.
Der Stadtrat befasste sich am Mittwochabend mit dem Vorhaben, nachdem auch bereits der Planungsausschuss - in öffentlicher Sitzung - darüber beraten hatte. Konkret ging es darum, die planerischen Voraussetzungen zu treffen. Dazu muss der Flächennutzungsplan geändert werden, und zwei neue Bebauungspläne waren aufzustellen.
Erneut war Claudia Stahl vom Ingenieurbüro Brenner vor Ort, um die Auswirkungen auf den Straßenverkehr zu bewerten. Zweifelsfrei ausgebaut werden müssten die Kreuzung der Nordumgehung mit der Flughafenstraße und auch die Einfahrt zum Wohngebiet der Herzo Base in Höhe der Mülldeponie. Dort könnte es, wie in den ursprünglichen Plänen auch vorgesehen, ein Kreisverkehr richten. An der "Puma"-Kreuzung hingegen müssten weitere Fahrbahnen geschaffen werden.
Das alles war nicht neu für die Stadträte und griff auch Forderungen aus der CSU-Fraktion auf. Dass aber ein weiterer Knotenpunkt, nämlich die Kreuzung der Nordumgehung mit der ERH 25, also der Zufahrt zum Adidas-Outlet, trotz der großen Vorhaben weiter leistungsfähig sein soll, das wollte die CSU nicht so recht glauben.
Frank Gäbelein und Kurt Zollhöfer zweifelten das explizit an und verwiesen auf Staus, wie sie schon jetzt auftreten. Schon jetzt habe man zu Stoßzeiten Engpässe durch die Outlet-Besucher und den Schwerverkehr der benachbarten Spedition. Es sei wohl kaum zu erwarten, dass das durch mehr Menschen dort oben dann nicht noch enger würde. Laut der Berechnungen von Claudia Stahl bleibe die Kreuzung dennoch leistungsfähig, weil sich die Verkehrszunahme gleichmäßig auf mehrere Straßen verteile. Der Begriff "leistungsfähig" beinhalte allerdings auch Wartezeiten bis zu 70 Sekunden an den Ampeln.

Kreuzung wird untersucht

Auf Vorschlag von Kurt Zollhöfer wurde vermerkt, dass diese Kreuzung beim bevorstehenden Ausbau genau untersucht werde. Dieser Ausbau der Infrastruktur werde außerdem rechtzeitig vor dem Bau der Adidas-Projekte erfolgen. Das hatte Curd Blank (SPD) angeregt.
Und noch ein weiteres Teilstück der Nordumgehung wurde angesprochen. Bernhard Schwab (CSU) regte an, dass auch der Bereich bis zur Kreuzung Bamberger Straße vierspurig ausgebaut werde. Auch dort, nachdem sich die Stadtautobahn auf zwei Spuren verengt, seien stets Staus zu verzeichnen. Bürgermeister German Hacker (SPD) pflichtete dem bei. Aber er stellte auch fest, dass dort viele Pendler aus den dahinter liegenden Gemeinden fahren. Ein Ausbau wäre daher nicht primäre Aufgabe der Stadt, sondern der Ruf müsse zum Freistaat gehen.
Eingangs hatten die Planer das Vorhaben vorgestellt. Christian Dzieia (Adidas) bezeichnete den Bau der großen Büros als ein positives Signal für den Standort, Grünplanerin Andrea Schleicher und ihr Kollege Holger Winkler hoben die Bedeutung der Grünflächen in der Planung hervor, was die campus-artige Entwicklung verstärke. Viele Einzelbäume und Gehölzgruppen seien dort geplant. Auf den Vorschlag von Retta Müller-Schimmel (Grüne), ein Drittel der Fläche als Bienenweide auszugestalten, sagte Winkler, dass man bereits sieben Bienenvölker angesiedelt habe.
Kritik der grünen Stadträtin und ihres Kollegen Peter Simon fand der Bebauungsplan im Nordwesten. Dort habe man den Grund für das Parkhaus noch nicht, er sei in Privatbesitz und werde landwirtschaftlich genutzt. Beide lehnten diesen Plan ab. Bürgermeister Hacker erklärte, dass diese Frage bei Bauleitplanungen keine entscheidende Rolle spielen dürfe.
Für einen Beinahe-Eklat sorgte Müller-Schimmel am Rande. Sie kritisierte die Rolle von Adidas weltweit und griff eine Anklage von Greenpeace auf, dass in den Herstellerländern wohl Gift in den Materialien verwendet würde. "Adidas steht bei Greenpeace am Pranger", sagte sie.
Bürgermeister Hacker erwiderte, dass der Stadtrat die falsche Plattform für Debatten über völlig themenfremde Punkte sei. Es sei unsportlich, das anzusprechen, weil sich der Gegenüber nicht wehren könne. Als die Grüne ein weiteres Mal in die gleiche Kerbe schlug, äußerte auch Adidas-Mann Christian Dzieia seine persönliche Enttäuschung über solche Vorwürfe in diesem Forum. Walter Nussel (CSU) hob die großen Verdienste der Herzogenauracher Weltfirmen für die Stadt und ihrer Bürger hervor: "Lasst uns das positiv nach außen tragen."