Erlangen-Höchstadt — Die komplette Wende blieb dann doch aus: Zwar hat der SC Adelsdorf gegen Ebermannstadt eine gute Moral bewiesen, die Auholjagd bei der 3:4-Niederlage kam aber letztlich zu spät.


Bezirksoberliga Mittelfranken

SV Moosbach -
SpVgg Erlangen 2:2

In den ersten fünf Minuten musste Erlangens Torhüterin Lucia Drexel zwei Mal hinter sich greifen. Erst unterschätzte sie einen Befreiungsschlag von Mariel Kettler, der mit Windunterstützung aus gut 50 Metern über sie hinweg segelte, dann verwandelte Teresa Nagengast einen haltbaren Freistoß von der Außenlinie. Diesen Schock musste die "Spieli" erstmal verdauen. Immerhin näherten sich Nina Felgendreher und Stephanie Weiß dem Moosbacher Tor. Die erste richtige Chance für Erlangen gab es erst in der 23. Minute durch Franziska Dellert, doch SV-Verteidigerin Christina Buckel klärte auf der Linie mit dem Knie zur Ecke. Als Dellert fünf Gegenspielerinnen wie Slalomstangen stehen ließ, fehlte ihr die Kraft für einen guten Abschluss (30.). Zehn Minuten später klingelte es aber im Moosburger Kasten: Auf Querpass von Weiß traf Felgendreher. Nach einem Fehlpass von Johanna Grzywoth verhinderte Drexel das 3:1. Abgesehen von einer Gelegenheit spielte in der zweiten Hälfte nur noch der Tabellenführer, hatte aber kein Zielwasser getrunken. Dazu hatte die SpVgg Pech, als Felgendreher eine Granate aus 25 Metern an die Latte setzte (63.). Doch in der 70. Minute belohnten sich die Gäste, als Lisa Rosenecker eine Ecke direkt verwandelte. Den möglichen Siegtreffer vergaben Weiß aus acht Metern und Terasa Huenten in der letzten Minute. red

TSV Frauenaurach -
SpVgg Hüttenbach 0:0

Während Hüttenbach in der ersten Halbzeit dominierte, hatten die TSV-Damen nach dem Seitenwechsel die größeren Chancen. Die Gäste sorgten immer wieder mit Freistößen für Gefahr für das von Lena Rödel gut gehütete Tor. Die Möglichkeit zur TSV-Führung hatte Josi Fabert in der 15. Minute, als sie frei vor Torhüterin Schwemmer vergab. Danach war das Glück auf Frauenaurachs Seite, denn sowohl ein Schuss als auch der Nachschuss klatschten an den Querbalken über Rödel (17.). Die eingewechselte Katharina Gumbrecht machte mächtig Dampf auf der rechten Seite, ein Foul an ihr im Strafraum wurde nicht geahndet. Zudem hatte Hüttenbach Glück, dass ein Freistoß von Laura Vogel am Pfosten landete (64.). Den Punkt für die SpVgg hielt Schwemmer fest, als sie mit einer grandiosen Parade einen 20Meter-Freistoß von Vogel aus dem Torwinkel fischte (79.). ae

SV Segringen -
TSV Brand 2:3
Der TSV bestimmte die Anfangsphase, nutzte die Chancen jedoch nicht konsequent. In der 20. Minute traf Puscha aber zum 1:0 für Brand, in der 35. Minute glich Segringen aber aus und hatte nun mehr vom Spiel. So folgte in der 44. Minute die 2:1-Führung für Segringen. Die eingewechselte Schlagenhaufer glich die Partie wieder zum 2:2 aus (64.). Die Gäste dominierten den Spielverlauf nun und erzielen nur fünf Minuten später den verdienten 3:2-Führungstreffer. Wieder netzte Puscha ein. Die Schlussphase spielte sich primär im Mittelfeld ab, vor den Toren sollte nichts mehr passieren. red


Bezirksliga Mittelfranken 1

In der zweithöchsten Spielklasse auf Bezirksebene ist schon Winterpause - zum Leidwesen des TSV Lonnerstadt. Der Aufsteiger fegte mit neun Siegen in neun Spielen wie im Rausch durch die Hinrunde. Die vergangenen zweieinhalb Jahre können als Erfolsgeschichte des Lonnerstadter Damenfußballs angesehen werden.
Es begann mit dem Aufstieg in die Kreisliga 2013/2014, ein Jahr später marschierte die Mannschaft von Trainer Andreas Uebler sogar in die Bezirksliga durch. "Die Aufstiege waren von mir persönlich das Ziel, aber von der Truppe selbst nicht", berichtet der Coach. "Sie wollten zwar aus der Kreisklasse aufsteigen, aber eine Liga höher war das nicht zu erwarten." Doch die Mannschaft nahm die Euphorie mit und wurde in der Kreisliga mit 50 Punkten souverän Erster und schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga.
"Das ist echt überraschend und war so überhaupt nicht abzusehen", sagt Kapitänin Verena Haberkamm, die seit 2012 wieder für den TSV die Fußballschuhe schnürt. "Nach dem Trainerwechsel hat man aber schon gesehen, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickelt haben."
Apropos Euphorie: Genau diese ist in der aktuellen Spielzeit bei den "TSV-Ladies" wieder oder immer noch vorhanden. "Das Ziel war erst einmal der Klassenerhalt, aber unsere Neuzugänge haben voll eingeschlagen", freut sich Uebler. "So wie es jetzt läuft, hatte ich es nicht erwartet."
Ob mit spielerischer Klasse oder ab und an mit Kampf, gegen Lonnerstadt war in der Hinserie kein Kraut gewachsen. Mit 40 Toren schoss der TSV die meisten der Liga und mit nur zehn kassierte er die wenigsten. Eine, die "eingeschlagen" hat, ist Kathrin Litz. Die Angreiferin kam aus Gremsdorf und traf bereits 19 Mal. "Ich hatte nicht gedacht, dass es mit den vielen neuen Spielerinnen gleich so gut läuft", berichtet die Stürmerin. "Ich habe mit einem mittleren Tabellenplaz gerechnet, aber wir haben viele Spiele auch über den Kampf gewonnen."
Litz führt die Torschützenliste der Bezirksliga an, doch ganz zufrieden ist sie mit ihrer Ausbeute nicht. "Mir fehlen jetzt ein bisschen die Tore, mein Ziel vor der Saison waren 40 Treffer", berichtet sie. "Ich setze mir neben den mannschaftlichen Zielen auch gern persönliche, damit ich immer einen Anreiz habe."
Seit dreieinhalb Jahren ist Uebler im Amt und genau da begann die Erfolgsstory. "Der Andi ist ein sehr präziser Trainer", berichtet Litz. "Was im Training geübt wird, soll auch sofort im Spiel umgesetzt werden. Ich finde seine Spielweise einfach super."
Auch die Spielführerin findet über ihren Trainer nur lobende Worte. "Man merkt, dass er selbst viel Ahnung hat und in höheren Ligen gespielt hat", berichtet Haberkamm. "Er ist ein Kumpeltyp, trotzdem hat jeder Respekt vor ihm. Es ist nicht immer einfach, eine Damenmannschaft zu trainieren, doch er hat da irgendwie ein Händchen für."
Nebenprodukt des Erfolgs: Der TSV hat im Sommer eine zweite Mannschaft eröffnet. "Der Boom in Lonnerstadt ist da, ich habe 26 Spielerinnen zur Verfügung", erzählt Uebler. Dass der Weg nach der langen Winterpause in die BOL führt, ist für den 32-Jährigen nicht selbstverständlich: "Ich bin der Meinung, dass wir nicht aufsteigen müssen, auch wenn wir acht Punkte Vorsprung haben. Sollten wir nach der Pause aus den ersten drei Spielen sechs Punkte oder mehr holen, dann ist es für mich schon das Ziel, den Schritt in die Bezirksoberliga zu machen."
Angreiferin Litz sieht noch einen Haufen Arbeit vor der Mannschaft: "Wir wollen so lange oben bleiben wie es geht, aber die Liga kann uns jetzt besser einschätzen. Wir sind berechenbarer geworden und man weiß nie, was die anderen Teams noch so aus dem Hut zaubern." Zweifel am dritten Aufstieg in Folge sind also vorhanden, "aber ich habe eine junge, hungrige Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren. Es macht unheimlich Spaß, mit den Mädels zu arbeiten und ihnen ist absolut alles zuzutrauen", sagt Uebler. ms


Kreisliga ER/PEG

SC Adelsdorf -
TSV Ebermannstadt 3:4

In einem guten Kreisligaspiel gingen die Gäste schon nach drei Minuten durch ein Eigentor in Führung. Anna-Lena Adami legte nach einer scharfen Hereingabe das 0:2 nach (22.). Als auch Jessica Hofmann ihre Chance nutzte und auf Vorarbeit von Rebecca Martin das 0:3 erzielte (35.), schien die Partie entschieden.
Doch Adelsdorf kam besser aus der Pause, Lena Übel verkürzte zum 1:3. Da die TSV-Mädels ihre Konter vergaben, blieb es vorerst dabei. Der SC setzte alles daran, das Spiel zu drehen, doch die Ebser Abwehr stand gut. In der 65. Minute setze sich Sabine Souifi durch und sorgte dafür, dass Adami ihr zweites Tor schießen konnte.
Da Jana Scheidig nach einem Freistoß schnell den zweiten Adelsdorfer Treffer machte (67.), kam aber wieder Spannung auf. Die Heimmannschaft drückte und bekam einen Elfmeter zugesprochen, den Überl zum 3:4 verwandelt. Trotz noch zehn Minuten auf der Uhr und aller Bemühungen der Gastgeber reichte es nicht mehr zu einem Punkt. red