Was für eine Woche für die sportliche Leitung des AC Lichtenfels. Gleich fünf Oberliga-Ringer standen dem Trainerteam - bedingt durch OPs, schweren Verletzungen und arbeitsbedingten Ausfällen - in dieser Woche nicht zur Verfügung. Fast die Hälfte der Mannschaft musste zum Teil zwei Klassen aufrutschen, der etatmäßige 66-Kilo-Mann Rumen Savchev startete in der 80-Kilogramm-Klasse. Am Ende reichte es dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung dennoch zu einem knappen 16:14-Auswärtssieg beim AC Regensburg.

Nach einer Minute geschultert

Gegen das Regensburger Nachwuchstalent Baschir Kartojew war für den jungen Philipp Ender (57 kg, griechisch-römisch) kein Kraut gewachsen. Nach knapp einer Minute schulterte der Gastgeber Ender (4:0). Aufgrund einer Verletzung musste der Lichtenfelser Kapitän (130 kg, Freistil) kurzfristig passen. Der ACL konnte somit keinen Gegner stellen (8:0). Im ungeliebten freien Stil traf Mario Petrov (61 kg) auf den jungen Magomed Kartojev. Petrov hielt anfangs noch gut mit, musste sich aber deutlich geschlagen geben (12:0).

Start einer Serie

Nun war es Zeit, die ersten Punkte für den ACL einzufahren. Und nicht nur das, der ACL startete sogar eine Punkteserie. Hannes Wagner (98 kg, gr.) besiegte wie schon im Vorkampf Stefan Höpf überlegen (12:4).

Aufgrund der personellen Not musste der ungarische Neuzugang Joszef Andras (66 kg, gr.) gleich zwei Gewichtsklassen aufrücken. Trotz Gewichtsnachteil spielte er seine Klasse aus und besiegte Alexander Okhotnikov mit 14:1 (12:7).

Zu einem Schlüsselkampf kam es gleich nach der Pause. Johannes Lurz (86 kg, Fr.) stellte sich erneut in den Dienst der Mannschaft und rückte zwei Klassen auf. Er gewann den ausgeglichenen Kampf aufgrund seiner Erfahrung mit 2:4 gegen Yannic Schmidt (12:8).

Dieses Mal wieder in seiner Stilart, dem freien Stil, konnte Dominik Sohn (71 kg) trotz 0:7-Rückstand einen knappen 8:12-Sieg gegen Ahmad Bahir Zahir feiern (12:10). Bereits in der vierten unterschiedlichen Gewichtsklasse ging der Allrounder Rumen Savchev (80 kg, gr.) an den Start. Mit ganzen neun Kilogramm Gewichtsunterschied beherrschte er Oliver Schmid im Stand. Am Ende gewann er clever mit 3:0 Punkten.

Cleverness zahlt sich aus

Die Cleverness von Trainer Venkov (75 kg, gr.) zahlte sich aus. Er besiegte Matthias Schneeberger souverän mit 17:2 (12:16). Schwere Aufgabe für den jungen Alexander Ender (75 kg, Fr.), diese meisterte er aber mit Bravour. Zwar verlor er seinen Kampf nach sechs Minuten mit 13:6 Punkten gegen den Amerikaner Timothy Broadenax, was am Ende aber nichts mehr ausmachte.

"Wir mussten heute einiges umstellen. Die Woche war nicht einfach. Fast jeden Tag meldete sich ein anderer Ringer ab. Wir haben die Aufgabe trotzdem angenommen und am Ende voller Stolz gewonnen", sagte ACL-Trainer Venelin Venkov. Nächste Woche kommt es zum Derby gegen den ASV Hof. Es ist zu hoffen, dass sich das Lazarett bis dahin wieder etwas lichtet.