Theresa schiffl Zwei Strohballen, mit Armen, einem Gesicht und Mädchen- und Jungenkleidung: Die "Warnpuppe" in Frauendorf an der Ivo-Hennemann-Grundschule steht wieder. Sie soll Autofahrer daran erinnern, langsamer zu fahren, denn die Schule liegt aus Richtung Schwabthal kommend direkt hinter dem Ortsschild. Viele seien hier zu schnell dran, weiß Walter Mackert, der Vorsitzender der Verkehrswacht Bad Staffelstein und ehemaliger Polizist ist.

"Selbst wenn man das Auto ausrollen lässt, ist man noch viel zu schnell", sagt er. Er unterstelle vielen Autofahrern nicht einmal böswillig zu schnelles Fahren. "Deswegen haben wir hier die Strohpuppe aufgestellt, um sie wieder einmal daran zu erinnern, angemessen zu fahren."

Die Aktion wird 19 Jahre alt

Zum 19. Mal wird die Strohpuppe in Frauendorf aufgestellt. Die Idee dafür kam Mackert zusammen mit seiner Frau Gudrun, die an der Grundschule Schulleiterin ist, im Urlaub. "Wir haben so viele Schilder gesehen oder auch solche Puppen bei Hochzeiten. Da dachten wir, dass das vielleicht eine Idee für mehr Sicherheit der Schulkinder wäre", erzählt Mackert.

Um die Autofahrer vor der Grundschule auf ihre Geschwindigkeit hinzuweisen, haben Polizei, Schule und Gemeinde schon vieles probiert: Blitzer, Kontrollen, bei denen die Kinder sich bei den Autofahrern vorstellen durften und ihnen eine rote oder grüne Karte zeigten. "Nichts hat wirklich geholfen. Aber tatsächlich ist es mit der Puppe besser geworden. Davor fuhren die Leute hier immer mit ungefähr durchschnittlich 70 vorbei. Sobald die Puppe aufgestellt war, lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei ungefähr 45", erklärt der ehemalige Polizist.

Damit den Kindern auf dem Schulweg nichts passiert, gibt es bereits im Kindergarten für Schulanfänger einen Verkehrssicherheitstag: "Da lernen sie, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt; die Polizei zeigt ihnen, wie man die Straße richtig überquert und was der tote Winkel ist." Zusätzlich zu dieser Einweisung und der Puppe gibt es am ersten Schultag noch kleine Sicherheitsdreiecke, die sich die Kinder umhängen können. Das sorge für Aufmerksamkeit, die sich im Notfall positiv auf die Reaktionszeit auswirken könne. "Der Bremsweg bleibt verhältnismäßig gleich - die Reaktion ist ein Stellrad, auf das wir einwirken können." Und die Sicherheitskette sei wichtig: Eltern, der Kindergarten, die Schule, Elternbeirat, Polizei und Stadt. "Alle müssen bei dem Thema zusammenhelfen", so Mackert.

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, dass Eltern ihren Kindern im Straßenverkehr ein gutes Vorbild sind. Er empfiehlt auch noch helle Kleidung, damit die Kinder gut zu sehen sind.

"Wichtig ist auch, dass der Schulweg immer der gleiche ist, damit sich die Kinder daran gewöhnen können. Sie sind da sehr sensibel. Auch wenn das für Eltern ein kleiner Umweg ist: Nicht der kürzeste Weg ist wichtig, sondern der sicherste."