Vom Bauzeichner zum Techniker für Heizungs-, Lüftungs- und Klimetechnik - diesen Karrieresprung hat Alexander Reh aus dem Thurnauer Ortsteil Tannfeld vollzogen. An der Fachschule für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik des Landkreises Kulmbach hat er ihn mit dem erstklassigen Notendurchschnitt von 1,4 gekrönt. "Die Materie liegt mir einfach. Das war schon vor Beginn meiner Weiterbildung an der Fachschule so. Zudem konnte ich auf meine Vorkenntnisse zurückgreifen, die ich mir während meiner Ausbildung bei der Firma Schwender Energie- und Gebäudetechnik in Thurnau angeeignet hatte", erklärte der 24-Jährige seinen Schulabschluss.


Mehr Verantwortung

Dort, wo vor ein paar Jahren alles begann, wird der frischgebackene Techniker seine berufliche Laufbahn fortsetzen. "Am 1. September kehre ich an meine alte Wirkungsstätte zurück. Das wird kein Sprung ins kalte Wasser, sondern in ein mir wohlvertrautes Umfeld, in dem ein familiäres Klima herrscht", sagte der Einser-Absolvent. Zukünftig lastet mehr Verantwortung auf seinen beruflichen Schultern: Der junge Mann wird bei der Firma Schwender an der Planung haustechnischer Anlagen mitarbeiten. Reh freut sich schon auf die abwechslungsreiche Arbeit. "Doch erst einmal gönne ich mir einen Urlaub."
Insgesamt 32 Männer wurden an den zwei Fachschulen des beruflichen Schulzentrums Kulmbach verabschiedet: 12 an der staatlichen Fachschule für Bautechnik und 20 an der Fachschule für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik des Landkreises Kulmbach. Von Letzteren besuchten elf den Bereich Heizungs- und neun den Bereich Kältetechnik. Die Schulbesten wurden mit Meister- und Buchpreisen geehrt.
Schulleiter Alexander Battistella ermunterte die Absolventen, ihre Berufsbezeichnung Techniker mit Stolz und Würde zu tragen. Warum? "Mit Ihrer Ausbildung und Berufserfahrung können Sie mit einer akademischen Ausbildung nicht nur ohne Probleme konkurrieren, sondern werden auf Grund Ihrer praktischen Erfahrungen sehr gute Chancen im mittleren Management bekommen."
"Sie werden gesucht und gebraucht. Gehen Sie Ihren Weg. Eine entscheidende Etappe haben Sie bereits hinter sich." Mit diesen Worten gratulierte Landrat Klaus Peter Söllner.
Ende des Monats ist die kommunale Fachschule für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik Geschichte. Sie wird jedoch als staatliche Fachschule ohne Einschränkung weitergeführt.


Kreis spart Personalkosten

Söllner, der von einem historischen Tag gesprochen hatte, verhehlte nicht, dass der Landkreis zukünftig von "erheblichen Personalkosten befreit werde", versicherte zugleich aber, dass der Landkreis auch weiterhin das berufliche Schulzentrum unterstützten werde. Der ehemalige Schulleiter des beruflichen Schulzentrums, Joachim Meier, der die kommunale Fachschule noch bis zum Schuljahresende leiten durfte, dankte dem Landkreis für die in den vergangenen zwei Jahrzehnten geleistete Unterstützung.
Die beiden Schüler Georg Wietzel aus dem thüringischen Blankenfeld und Tobias Wolf aus dem hessischen Freigericht blickten auf eine erlebnisreiche Schulzeit zurück, "in der wir eine vielfältige Ausbildung genossen". Mit dem Lied "Lucky Day" sprach das Popmusikduo "Barfly", bestehend aus Katja Heinrich (Saxophon und Hintergrundgesang) und Karsten Friedrich (Gesang und Klavier), den 32 Absolventen aus dem Herzen.