"A frängische Leich" ist frisch auf dem Markt. Auf dem Büchermarkt, wohlgemerkt. Bei einem Heimspiel hat Krimi-Autorin Susanne Müller (sie schreibt unter dem Pseudonym Anne Sehl) in der Buchhandlung Stache ihr erstes Werk vorgestellt: einen waschechten Franken-Krimi. Die frei erfundenen Handlungen des Romanes spielen sich in der Veste-Stadt Coburg ab.

Markus Stache zeigte sich über das rege Interesse begeistert: "Das ist ja auch kein Wunder, wenn man hier so eine aufstrebende Jungautorin mit ihrem ersten Debüt-Krimi begrüßen darf." Den Gastgeber erfreute es ausdrücklich, dass es Susanne Müller so organisiert hat, nicht zuerst in Coburg zu lesen, sondern "als Neustadterin hier bei uns in Neustadt". Die Resonanz des Publikums war dementsprechend groß und das Stache-Team zeigte sich relaxt und flexibel.

Normalerweise werden Lesungen bei der Buchhandlung im Nebengebäude bei Wein und Kerzenschein geboten. Für Susanne Müller wurde die Buchhandlung die kuschelige Stube. Ein paar Stühle und Bänke, warmes Licht und zur Begrüßung ein Gläschen Sekt - schnell war die heimelige Atmosphäre geschaffen. Frischer Bücherduft von den voll bestückten Verkaufsregalen schwebte im Raum, verzauberte und entspannte beim Zuhören.

Für ihr Erstlingswerk hat Susanne Müller zweieinhalb Jahre gebraucht. "Es ist unterhaltsam, frech, nicht immer politisch korrekt, skurril und bisschen schräg", skizzierte Markus Stache das Werk und gab anschließend ein paar Details zur Handlung preis. Die Protagonistin ist die Coburger Antiquitätenhändlerin Emma Prätorius, die in dem Roman die Hauptrolle spielt. Sie wird des Mordes verdächtigt, ehe sich dann doch die ganze Sache offensichtlich aufklärt. Es werden sich also einige Leser im Buch wiederfinden - vielleicht in Neustadt, wo man die Neustadter Begebenheiten schließlich am besten kennt. "Darauf freuen wir uns ganz besonders", sagte Markus Stache.

Susanne Müller ließ ihre Zuhörer nicht im Ungewissen: "Der ein oder andere kennt mich ja bereits schon. Anne Sehl ist mein Pseudonym." Susanne Müller - die in Neustadt auch Unternehmerin hohen Bekanntheitsgrad hat - hat für ihr Buch den Namen meiner Großmutter angenommen, weil sie in der Autorenwelt nicht unter den "unendlich vielen Müllers" untergehen will.

Und es geht wohl weiter

Dann klärte Susanne Müller auf, das in Franken "a Leich" nicht unbedingt ein Dahingeschiedener sei, sondern auch eine Beerdigung sein könne. Vier Kapitel hatte die Autorin ausgewählt, alle lauschten Susanne Müllers Worten. Und in der Pause hatte Susanne Müller gut zu tun, denn ein signiertes Buch der Autorin bot sich gleich als ein schönes (vor)weihnachtliches Geschenk mit lokalem Bezug an. Der locker und heiter geschriebene Krimistoff begeisterte die Besucher des schwungvollen Abends restlos. "Das war so spannend, wie im wahren Leben. Mit Passagen zum Atem anhalten und sich fürchten", sagte Karin Hackenberg, bekennende Krimi-Leserin, vergnügt. Und damit dieses Gefühl nicht verloren geht, hat Autorin Anne Sehl bereits verraten: "Der nächste Franken-Krimi geistert auch schon in meiner Feder herum."