Dass die Trasse der Autobahn A 70 bei Thurnau wegen des rutschenden Hangs verlegt werden muss, darüber sind sich Planer und auch die Vertreter des Marktes Thurnau einig. Dennoch zeigten sich die Gemeinderäte von der Stellungnahme der Autobahndirektion Nordbayern nicht begeistert. "Die Maßnahme ist erforderlich. Darüber gibt es keinen Zweifel. Aber was mich stört, ist die große Ausführung, und meiner Meinung nach macht der nördliche Kreisel keinen Sinn", kommentierte Dietmar Hofmann (SPD).

Der Markt Thurnau hatte im Zuge der Durchführungsplanung verschiedene Sachverhalte angemerkt. Die meisten davon hat die Autobahndirektion berücksichtigt. So werden Abwasserkanal und Trinkwasserleitungen gesichert. Auch für die Feld- und Waldwege, die als Baustellenzuwegungen genutzt werden, wird es ein Beweissicherungsverfahren geben. Und natürlich stellt die Autobahndirektion sicher, dass kein verschmutztes Abwasser in die Thurnauer Kanalisation gelangt. Doch ein Wunsch wird nicht erfüllt: Die Thurnauer wünschten sich eine Brücke, die den Anschluss von Hörlinreuth sichern solle. Die Autobahndirektion schmetterte dieses Ansinnen mit dem dafür erforderlichen immensen Flächenverbrauch ab. Außerdem würde das Brückenbauwerk drei Millionen Euro kosten.

Abgelehnt hat die Autobahndirektion außerdem die Errichtung eines Park-and-ride-Platzes. Der Grund: Bereits bei Thurnau West gibt es solch einen Parkplatz - und er ist nicht ausgelastet.

Keine Einwände hatten die Mitglieder des Thurnauer Marktgemeinderates gegen die Vergrößerung des bestehenden Parkplatzes in Hutschdorf auf dem Grundstück gegenüber des Hauses Bethanien. Die Entscheidung war in der Vergangenheit vertagt worden, um die Oberflächenentwässerung zu klären. Der Bauantrag wurde inzwischen vom Landratsamt diesbezüglich überprüft. Erwin Schneider (FW-ÜWG) betonte, dass eine Begrünung erfolgen solle.

Industriegebiet

Das Industriegebiet Ost II/C macht Fortschritte. Die Thurnauer Marktgemeinderäte vergaben jetzt die Planungsleistungen für die Leistungsphasen 5 bis 9 zur Planung der Abwasseranlage und Verkehrsanlage im Industriegebiet für 122 894 Euro an das Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg. Für die Planung der Trinkwasserleitung soll das Büro Dürrschmidt aus Nürnberg verantwortlich zeichnen. Der Auftrag hat ein Volumen von 8484 Euro netto. Außerdem beschlossen die Räte, dass die Ausschreibung der Oberflächenentwässerungseinrichtungen erfolgen solle. Vorbereitet wird die Ausschreibung vom Ingenieurbüro Miller.

Die maroden Holzstege im Regenrückhaltebecken im Baugebiet "Am Eichenbühl" werden für 7247 Euro instandgesetzt. Den Zuschlag erhielt die Firma Lutz und Wollnik aus Thurnau.

Der Bauhof darf einen Sortiergreifer für den gemeindlichen Bagger kaufen. Kosten: 11 782 Euro. Außerdem befürworteten die Thurnauer Marktgemeinderäte die Anschaffung einer mobilen Geschwindigkeitswarnanlage.

Noch keine Entscheidung trafen die Thurnauer Marktgemeinderäte bezüglich der Zukunft des Wiegehäuschens in Felkendorf. Im Rahmen einer Sirenenprüfung wurde vorgeschlagen, dass die Sirene verlegt werden soll. Das Wiegehäuschen sei baufällig, könne entfernt werden, stellte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) dar. Doch ehe eine Entscheidung getroffen werde, will der Bauausschuss über den Sachverhalt beratschlagen.

Der Markt Thurnau möchte auch in Zukunft am kommunalen Fassadenprogramm teilnehmen. Deshalb solle jetzt ein Antrag gestellt werden, dass das Förderprogramm verlängert wird. Der Markt meldete sechs Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 120 000 Euro an. Der Eigenanteil des Marktes liegt bei 40 Prozent, also rund 48 000 Euro für alle sechs Maßnahmen.

Auch Sanierungsberatungen sollen gefördert werden. Auch bei den Beratungen gilt der Schlüssel, dass 60 Prozent der Kosten zurückerstattet werden und dass 40 Prozent der Kosten der Markt Thurnau tragen soll. Der Anteil des Marktes bei den Beratungen wird auf 2747 Euro beziffert.