Die Nachricht erreichte die Stadtverwaltung kurz vor der Sitzung des Verkehrssenats am Mittwoch. Die B 4 neu wird ab dem 22. August für acht bis zehn Wochen total gesperrt. Zwischen Siemens Kreisel und Heubischer Kreisel geht dann nichts mehr.
Grund für die Sperrung ist der Totalausbau dieses Teilstücks, wie das Straßenbauamt der Stadt mitteilt. "Der Totalausbau war zuerst nicht geplant", sagt Detlev Heerlein, der bei der Stadtverwaltung für das Verkehrswesen zuständig ist. Eigentlich war vorgesehen, die Asphaltschicht abzufräsen und neu aufzuziehen, weil auf dem Abschnitt immer wieder Gefahr von Aquaplaning festgestellt wird. Dazu wäre eine Vollsperrung nicht notwendig gewesen. Eine genauere Untersuchung der Straße habe aber wohl ergeben, dass auch der Unterbau nicht mehr in Ordnung ist. Daher nun die Entscheidung für einen Vollausbau unter Totalsperrung. Der Verkehr soll großräumig umgeleitet werden.
Aber: "Machen wir uns nichts vor, ein großer Teil wird sich einen Weg durch die Stadt suchen", stellt Oberbürgermeister Frank Rebhan fest. Darauf werde flexibel zu reagieren sein. Die B 4 als Zubringer zur A 73 ist mit mehr als 20 000 Fahrzeugen täglich eine stark belastete Straße. Den ausweichenden Verkehr zu lenken wird nicht leicht.


Überschneidung vermeiden

Was dem Senat aber Sorgen bereitet, ist eine drohende Überschneidung mit einer eigenen Baustelle. Bis zum 21. August wird nämlich die Sonneberger Straße teilweise gesperrt. Von der Stadtgrenze nach Sonneberg bis zur Einfahrt in die Straße "An der Gebrannten Brücke" wird sie eine neue Tragschicht bekommen. Dabei wird auch die Einfahrt in den Mühlweg mit saniert und es kommt durch einseitige Sperrung und Einbahnregelungen beziehungsweise Verkehrsampeln zu Behinderungen. Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, Neustadt über die Umgehung zu umfahren. "Da darf es zwischen den beiden Sperrungen aber keine zeitliche Überschneidung geben, sonst haben wir ein Problem", stellte Harald Hofmann (CSU) fest. Der Bauhof habe versichert, dass die Arbeiten an der Sonneberger Straße sicher innerhalb der geplanten Zeit abgeschlossen werden können, sagte Heerlein.Im Mai war beschlossen worden, das Parkverbot im schmalen Angerweg versuchsweise aufzuheben - zumindest für den gerade verlaufenden Mittelteil. Ein Versuch, der jetzt als gescheitert angesehen wird. Nach Rücksprache mit den Anliegern wird der Angerweg nun wieder Parkverbotszone. Zugeparkte Einfahrten oder durch Parker verursachte Engstellen hatten für Verärgerung unter den Anwohnern gesorgt, wie Detlef Heerlein dem Senat schilderte.


Mehr Sicherheit für Schüler

Die Verwaltung wurde auf ein Problem für die Kleinsten der Glockenbergschule aufmerksam gemacht, sagte Heerlein. An zwei Tagen in der Woche haben die Kinder im Grundschulalter nach der sechsten Stunde Schluss. Anders als an den anderen Tagen müssen sie dann an der Haltestelle in der Lindenstraße in verschiedene Schulbusse einsteigen. "Beförderungspflichtig sind hier rund 50 Schüler, dafür ist die Haltestelle an der Flussseite in der Lindenstraße nicht konzipiert", stellte Heerlein fest. Dazu kommt, dass die Kinder unter acht Bussen, die, wie Heerlein es formuliert, "im Konvoi" vom ZOB anfahren, ihren richtigen finden müssen. Insgesamt eine Situation, die seiner Einschätzung nach erhebliche Gefahren birgt. Sonderfahrten an diesen beiden Tagen sollen das Problem lösen. Die Kinder werden dann von der Haltestelle an der Glockenbergschule zum Busbahnhof gefahren und haben dort zehn Minuten Zeit, ihren Bus zu suchen und zuzusteigen.


Gehsteigparken bleibt erlaubt

Die Parksituation in der Dr.-Kurt-Schumacher Straße sorgt bei Anwohnern für Unmut. Dort parken Fahrzeuge teilweise auf dem Gehsteig. Bei einem Gespräch mit Anliegern vor Ort wurden als Alternativen Parkverbote oder das Parken auf der Fahrbahn genannt - aber als noch schlechtere Lösungen verworfen. Eine Umgehung Wildenheider Straße zur Lenaustraße, so Heerlein, liege nicht auf Eis, wie von Anwohnern kritisiert wurde. Es bestehe dafür schlicht keine Notwendigkeit. Eine Verkehrszählung ergab rund 1600 Fahrzeuge an einem Werktag. Von einer Belastung, die eine Umgehung rechtfertigen würde, sei man dort aus diesem Grund noch weit entfernt.