von unserem Mitarbeiter 
karl-heinz hofmann

Tettau — Die Ärztin für Allgemeinmedizin Ines Pechtold hat viele Interessen. Neben der Hingabe für ihre Patienten engagiert sie sich im Gemeinderat von Tettau und als Vorstandsmitglied im ärztlichen Kreisverband. Und die Hausärztin hat ein besonderes Hobby. Es ist das Theaterspielen Seit 2009 ist sie als Laienschauspielerin in der Neuen Tettauer Theatergruppe ehrenamtlich tätig.
Auch in dem jetzt gerade in Tettau in der Festhalle laufenden Lustspiel "Rambazamba am Lido Makkaroni" ist ihr ihre Rolle wie auf den Leib geschnitten. Tochter Michelle ist ebenfalls Schauspielerin in der Theatergruppe und auch beruflich tritt sie in die Fußstapfen der Mutter - als Allgemeinmedizinerin.

Erstes Kind im zweiten Semester

Ines Pechtold ist eine Powerfrau. Sie ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und Oma von zwei Enkelkindern. Mit ihrer Familie zusammen unterhält sie einen Bauernhof in Spechtsbrunn.
Die 52-Jährige musste hart arbeiten, um das zu schaffen was sie heute vorweisen kann. Während des zweiten Semesters ihres Medizinstudiums in Jena kommt Tochter Michelle zur Welt. Drei Monate bleibt die junge Mutter zu Hause, dann muss sie zurück in den Hörsaal. Ihr Mann legt beruflich eine Pause ein und versorgt das Kind. Als die Kleine acht Monate alt ist, ergattern die jungen Eltern einen Krippenplatz. "Das war eine große Erleichterung, so konnte auch mein Mann wieder arbeiten gehen."
Ines Pechtold entwickelt sich zum Organisationstalent. Zum Beispiel verlegt sie ihre Praktika in die Semesterferien. "Und ich hab mir dafür Krankenhäuser in der näheren Umgebung ausgesucht. Im Grunde lief das alles sehr gut und ließ sich auch mit Kind problemlos meistern." 1989 - die junge Frau steckt mitten in ihrer Facharztausbildung an der Kinderklinik Saalfeld - kommt ihr zweites Kind zur Welt.
Ines Pechtold unterbricht ihre Facharztausbildung und nimmt sich für den kleinen Sohn und die Tochter, die inzwischen bereits zur Schule geht, ein Jahr Auszeit. Anschließend kehrt sie an die Kinderklinik Saalfeld zurück. Während ihrer Dienste kümmern sich ihr Mann und die Großeltern um den Nachwuchs.
"Die Unterstützung durch die Familie war immer sehr groß und auch sehr wichtig. Meine Eltern, meine Schwiegereltern und natürlich mein Mann haben mir bedingungslos den Rücken frei gehalten."
Nach ihrer Facharztausbildung wechselt die junge Ärztin 1991 als Assistenzärztin in die Niederlassung eines Hausarztes in Rothenkirchen. Ein Jahr später, Ines Pechtold ist gerade 30 Jahre alt, führen die beiden die Praxis als Gemeinschaftspraxis weiter. "Die Arbeit in der Niederlassung und die Tatsache, dass die Kinder nicht mehr ganz so klein waren, haben es mir insgesamt etwas leichter gemacht, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen."

Sie schöpft Kraft aus dem Beruf

Doch weder die Familienplanung noch die berufliche Weiterentwicklung sind für Ines Pechtold zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Die Kindergartenphase von Sohn Benjamin nutzt sie, um neben ihrer Praxistätigkeit Weiterbildungen in Betriebsmedizin, Akupunktur und Notfallmedizin zu absolvieren. Und dann entsteht im Jahr 2002 in Tettau eine eigene Praxis.
Und trotz alledem nimmt sie sich die Zeit für ehrenamtliche Aufgaben. Kraft schöpft sie aus ihrem Beruf. "Wenn man Menschen liebt, wenn man Mut, Selbstvertrauen und Freude an seinem Beruf hat, dann gibt einem das sehr viel zurück. Das schützt einen auch vor einem Burnout. Der Spaß an der Medizin muss immer erhalten bleiben, auch, wenn das bei den immer wiederkehrenden Regressen nicht immer leicht ist", sagt die Ärztin. Und sie denkt dabei schon wieder an das Wochenende an dem sie am 18. April um 20 Uhr und 19. April um 17 Uhr in der Festhalle wieder als Frau Agate Schlottermann auf der Bühne stehen wird. Karten im Vorverkauf gibt es im Rathaus Tettau (Telefon 09269/987-0) und in der Praxis Pechtold.