Gertrud Glössner-Möschk

Ein dringender Wunsch der Anwohner im Kapellenschlag geht in Erfüllung: Die Regierung von Oberfranken lässt an der Aufnahmeeinrichtung (AEO) zusätzlich zum Haupteingang an der Birkenallee ein Tor nur für Fußgänger bauen. Es wird an der Pödeldorfer Straße entstehen und soll dafür sorgen, dass die Lärmbelästigungen im Wohnviertel geringer werden.
Endgültig zugesichert wurde der Bau des zweiten Eingangs den Mitgliedern des Familien- und Integrationssenats am Donnerstag von Stefan Krug, der bei der Regierung von Oberfranken Bereichsleiter für Sicherheit, Kommunales und Soziales ist, sowie von Markus Österlein, dem Leiter der Bamberger Einrichtung. Für Bürgermeister Christian Lange, der die Sitzung leitete, ist das eine entscheidende Maßnahme: "Die Akzeptanz der AEO durch die Bevölkerung ist uns wichtig."


Übersichtlicher

Der Bau des neuen Eingangs, für den gerade die Planungen laufen, hat auch einen Sicherheitsaspekt: Wenn in Zukunft Fußgänger und Fahrzeuge getrennte Zugänge benutzen müssen, gibt es laut Krug an beiden Toren bessere Übersicht. Hinter dem Fußgängerzugang sollen Container für Begegnungsräume und Toiletten aufgestellt werden, in denen sich Bewohner und Besucher treffen können. Außerdem werden laut Krug eine Mensa und eine Küche eingebaut sowie ein Neubau für einen großen Speisesaal errichtet.
Neu für die Bewohner wird ab 1. März der Busshuttle sei, der zehn Mal am Tag von der AEO aus die Haltestellen Bahnhof, ZOB, Klinikum und einen Supermarkt anfährt. Auch von diesem Angebot verspricht man sich mehr Ruhe für die Nachbarschaft. Jeder Bewohner der AEO wird für diesen Service zur Kasse gebeten. Der Mobilitätsbeitrag in Höhe von 20,61 Euro wird vom Taschengeld abgezogen - von dem dann nur noch rund fünf Euro übrigbleiben. Das pauschal bezahlte Fahrgeld werde auch Motivation sein, die Stadtbusse zu benutzen, so die Erwartung der Regierung.


Mehr Privatsphäre

Polizeidirektor Thomas Schreiber berichtete, dass die Sicherheitswacht aufgestockt worden sei. Sowohl die Ehrenamtlichen als auch Polizeistreifen in Uniform und in Zivil sähen täglich mehrmals an der AEO nach dem Rechten. "Wer behauptet, die Polizei zeige zu wenig Präsenz, leidet an einer Sehschwäche."
Die von der Staatsregierung versprochenen zusätzlichen 20 Vollzeitstellen für die Polizei gibt es noch nicht. Bürgermeister Lange kündigte an, die Stadt werde beim Innenministerium nachhaken. Einen weiteren Sachstandsbericht zum Thema AEO gab Ursula Redler, Sprecherin des Ombudsteams. Sie beobachtet in den letzten Monaten eine positive Entwicklung insbesondere bei der medizinischen Versorgung und der Sicherheitslage, und sie lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Regierung. Durch den Einzug von Zwischenwänden sei in den Wohnungen für mehr Privatsphäre gesorgt worden. Froh sei sie auch über ein eigenes Haus für Frauen und Mütter mit Kindern.