von unserem Redaktionsmitglied 
Sabine Herteux

Aschbach — Eine Asylbewerber-Unterkunft in der ehemaligen Pension "Mach" gibt es in Aschbach bereits seit etwa zwei Jahren. 80 Asylbewerber sind dort derzeit untergebracht. Nun sollen zwei weitere Objekte im Ortsteil von Schlüsselfeld als Asylbewerber-Unterkunft genutzt werden. Das teilte das Landratsamt der städtischen Verwaltung am Donnerstag mit.
Bezogen werden sollen sie Anfang bzw. Mitte August, Platz ist für jeweils rund 20 Asylbewerber. Um welche Gebäude es sich handelt, wollte Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) noch nicht bekannt geben. "Die entsprechenden Gebäude wurden vom Landratsamt bereits besichtigt und für geeignet empfunden", sagt Krapp.
Das Landratsamt müsse die Verteilung der vom Freistaat Bayern zugewiesenen Asylbewerber organisieren und mache auch nur seinen Job. Warum allerdings gerade in Aschbach - mit einer Einwohnerzahl von knapp 1000 Männern und Frauen - noch zwei zusätzliche Unterkünfte entstehen sollen, kann Krapp nicht ganz nachvollziehen: "Wir wollen uns nicht dagegen wehren, Flüchtlinge aufzunehmen, wir haben ja bereits welche, aber man kann auch alles überreizen." Mit den Asylbewerbern, die in Aschbach leben, komme man abgesehen von "kleinen Problemchen" zurecht. Beim Weihnachtsmarkt hatten sie einen eigenen Stand. Ein runder Tisch kümmert sich um ihre Belange und um ein gutes Zusammenleben mit den Ortsbewohnern. "Diejenigen, die sich dabei engagieren, kommen dann künftig auch an ihre Grenzen", findet Krapp.
Auch Georg Obermeyer, geschäftsleitender Beamter in Schlüsselfeld, wundert sich: "Es ist schon die Frage, ob es sinnvoll ist, alles in Aschbach zu konzentrieren. Es muss doch noch irgendwie zur Relation zur örtlichen Bevölkerung stehen." Am kommenden Dienstag findet nun eine Bürgerversammlung statt, um alle Bewohner ausführlich über die geplanten Unterkünfte zu informieren und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie es weitergeht.