Auf ein erfülltes und zugleich bewegtes Leben können Gisela und Heinrich Popp blicken, die ihre diamantene Hochzeit im Kreise ihrer Familien, Angehöriger und Freunde in Neuses feierten.
Gisela Popp kam, gerade einmal zehn Jahre alt, 1945 mit ihren Angehörigen in einem Flüchtlingstreck an den Obermain, wobei dies nur eine Zwischenstation sein sollte und alle Heimatvertriebenen zunächst einmal auf die umliegenden Ortschaften aufgeteilt wurden. Sie fand in ein Neuses am Main eine Bleibe und nach dem Schulabschluss eine Tätigkeit in der Schuhindustrie von Burgkunstadt.


Erst im Ruhrpott gearbeitet

Ganz andere Wege ging Heinrich Popp, ein gebürtiger Burgkunstadter, der nach der Schulzeit eine Lehre bei der Schreinerei Schmidt (Altenkunstadt, Mainbrücke) begann. Allerdings war zur damaligen Zeit die Arbeit knapp, so dass er sich nach dem Abschluss seiner Ausbildung im Arbeitsamt von Burgkunstadt beraten ließ. Zwar war der Stellenmarkt recht dürftig, jedoch erblickte er in diesen Räumlichkeiten ein Plakat mit der Aufschrift: "Ruhrbergbau stellt ein". Zwar war er zu diesem Zeitpunkt schon volljährig, allerdings mussten die Eltern bei Kindern bis 21 Jahren noch einwilligen, wenn sie eine berufliche Tätigkeit in einem anderen Ort wahrnehmen wollten. Dennoch ergriff Heinrich Popp die Chance und arbeitete fortan im Bergbau von Essen und Oberhausen.
Familiäre Gründe bewogen ihn dann nach vier Jahren, wieder in den Heimatort Burgkunstadt zurückzukehren, wobei er in der Schreinerei Pauler, Burgkunstadt, und der Zimmerei Bauer, Neuses, Gelegenheit hatte, seine grundsolide Handwerkerausbildung als Schreiner anzuwenden. Die beiden letzten Jahrzehnte seines Berufslebens verbrachte Heinrich Popp dann als Kundendienstschreiner bei der Firma Baur.
Der Familie Popp mit den beiden Kindern Monika und Robert lag über all die Jahre das Vereinsleben von Neuses besonders am Herzen. Ob bei der Sängerschar Neuses oder der Freiwilligen Feuerwehr, stets zählten sie zu den Stützen. Besonders gerne beschäftigte sich Heinrich Popp auch mit der Rassegeflügel- und Kaninchenzucht, wobei er im Kleintierzuchtverein Neuses als Gründungsmitglied ein reiches Betätigungsfeld fand. Mit seinen King-Tauben und den Weißen Wienern konnte der heutige Senior bald ansprechende Ausstellungserfolge erringen. Nicht von ungefähr wurde er im Laufe der Jahre zum Ehrenvorsitzenden des Kleintierzuchtvereins und des Kreisverbandes Lichtenfels der Kaninchenzüchter ernannt.
Obwohl Popp längst den Ruhestand erreicht hat, bereitet ihm der Werkstoff Holz noch viel Freude und ob in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Strössendorf-Altenkunstadt oder bei der Einwohnerschaft von Neuses, auf seine Hilfe darf man noch immer zählen.
Gisela und Heinrich Popp feierten die diamantene Hochzeit im Landgasthof "Zum Anker" in Weidnitz mit ihren beiden Kindern Monika und Robert und deren Familien und durften hier auch die vielen Glückwünsche, die für die Stadt Burgkunstadts Dritter Bürgermeister Manfred Hofmann und für die Vereine der FFW-Vorsitzende Reinhold Sterzer übermittelten, entgegennehmen.