Weismain — Eine abenteuerliche und ungewöhnliche Geschichte - doch sie ist wirklich wahr. In und um Weismain sind momentan zwei Hochlandrinder unterwegs. Eigentlich kann man schon fast sagen, dass sie auf der Flucht sind. Nach ihnen wird momentan sogar gefahndet.


Nach Umzug entwischt

Doch erst einmal zurück auf Anfang: Begonnen hat alles Ende April. Ein weibliches Hochlandrind sollte den Besitzer wechseln und wurde per Viehwagen von Siedamsdorf nach Kaspauer gebracht - beides Weismainer Stadtteile. Mit seinem neuen Zuhause war das Hochlandrind anscheinend überhaupt nicht zufrieden und ergriff direkt beim Ausladen die Flucht. Es verschwand komplett von der Bildfläche. Eine wochenlange Suche blieb vergebens. Das Hochlandrind war weg.
Doch eines Tages wurde es am Waldrand nordöstlich von Kaspauer gesehen. Das Einfangen gelang nicht: Jedes Mal, wenn sich ein Mensch dem Tier näherte, suchte es das Weite. Auch ein Betäubungsschuss war nicht möglich, da die Kuh zur damaligen Zeit trächtig war.


Kalb geboren

An Futter mangelt es im Wald und in der Flur rund um Weismain nicht. Doch Wasserstellen gibt es kaum welche dort, wo sich die Kuh offenbar aufhielt. In den heißen Sommermonaten half dem Hochlandrind der Kaspauer Tierfreund Uwe Raub. Er brachte regelmäßig große Eimer voller Wasser in den Wald, damit das Tier nicht verdurstete. Vor zwei Monaten brachte die Kuh dann im Waldgebiet ihr Kalb zur Welt. Ganz ohne fremde Hilfe. Seitdem ist sie jedoch noch scheuer geworden. Ab und zu führte der Weg der Mutterkuh bis ins Tal zum Schöpf leinsgrund hinunter. Doch um aus dem Bach dort trinken zu können, muss sie eine belebte Kreisstraße überqueren. Gefährlich für Autofahrer. Deswegen gab das Landratsamt Lichtenfels das Tier nun zum Abschuss frei. Dafür muss aber erst einmal das Versteck der beiden Rinder gefunden werden. red/tt