VON Andreas Ungermann

Sterbfritz — "Die Bundesnetzagentur wird den Antrag von Tennet zu Südlink zurückweisen." Dieser Satz von Dr. Markus Doll von der Bundesnetzagentur ließ die etwas mehr als 100 Besucher in der Sterbfritzer Mehrzweckhalle gestern Abend aufhorchen. Zwar relativierte kurz darauf ein Mitarbeiter des zuständigen Fachreferates Dolls Äußerung. Aber auch er ließ durchblicken, dass der Übertragungsnetzbetreiber Tennet bei den Planungen zu der Starkstromtrasse eine Menge nachzubessern haben werde.

Nicht zufriedenstellend

Tennet-Mitarbeiter Thomas Wagner blieb indes eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage von Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich und der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (beide SPD), wie der Korridor durch Sinntal zustande kam, schuldig. Die geplante Starkstromtrasse Südlink, die von Wilster in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld in Bayern führen soll, könnte Sinntal entweder im Osten tangieren oder sogar zwischen Sterbfritz und Mottgers mitten durch die Kommune führen. Nach der Veröffentlichung der Ostvariante durch Thüringen habe sich Tennet bei den Plänen weiter gehangelt, sagte Thomas Wagner, der deutlich machte: "Wir müssen mit Südlink nach Grafenrheinfeld kommen - irgendwie."

Sinntal erst sehr spät dran

Ullrich kritisierte, dass die Gemeinde Sinntal sich erst sehr spät mit den Planungen habe befassen können. Andere Kommunen hätten hingegen schon sehr früh Raumwiderstände suchen und "sich aufmunitionieren können". Auch Susanne Simmler bemängelte die Transparenz im bisherigen Planungsprozess.
Die Sinntaler und Besucher aus Unterfranken befürchteten eine Zerstörung der Natur durch die Leitung und wiesen auf Belastungen durch Bahnstrecken und außerdem noch weitere Großprojekte in der Region hin. red