Susanne Deuerling

"Zum Lachen geht der doch in den Keller" - so sagt man über völlig humorlose Zeitgenossen. In Wallenfels geht man zum Lachen auf die Kümmelswiese und dies tun alle humorvollen Besucher der Theateraufführungen, die schon jahrelang alle Zuschauer begeistern. Auch in diesem Jahr haben sich die Theaterfreunde unter der Regie von Gisela Düthorn ein neues Stück ausgesucht, das außer vielen Lachsalven, Verwicklungen und Verwirrungen auch mit aktuellen Themen punkten dürfte. Es geht in den Wald, die Wildschweine entwickeln sich zur Plage und der Hirsch, der geschossen werden soll, steht unter Naturschutz. Wenn das nicht im Moment im Landkreis brandaktuell ist. Aber worum geht es in dem Stück "Ne Macke hat doch jeder" oder "Jedem Tierchen sein Pläsierchen" von Beate Irmisch überhaupt? Im alten Waldhotel "Zum wilden Gockel" (man beachte den Namen!) sind dringende Modernisierungsmaßnahmen nötig. Aber den Gockels fehlt das nötige Kleingeld. Aufgrund einer Wildschweinplage hat der hiesige Forstverband eine Treibjagd in Gockels Pacht angesetzt. Wäre dies die Lösung für das Hotelproblem?


Heimliche Geliebte

Der betuchte Hobbyjäger Gotthard von Knöttelmeier, Gattin Auguste und Sohn Albatius reisen aus Köln an. Früher waren sie oft zu Gast und der Hobbyjäger macht Jagd auf Hirsche und Rehe. Nun hat er es auf den Hirsch Rudi abgesehen, einen Sechzehnender. Er verspricht dem Wirt Ferdinand Gockel sogar eine stille Teilhaberschaft am Hotel, was diesen vor dem Bankrott retten würde. Aber der Hirsch steht unter Naturschutz und wurde für die Zeit der Jagd eingesperrt. Da ist guter Rat teuer.
Verwicklungen anderer Art gibt es, als die heimliche Geliebte von Gotthard von Knöttelmeier auftaucht und sich Sohn Albatius in sie verliebt. Leider hat dieser vom "Tuten und Blasen keine Ahnung" und denkt, "die Kühe machen Huckepack". Ausreden, faustdicke Lügen, Verwechslungen und ein Schuss während der nächtlichen Pirsch treiben die Geschichte auf den Höhepunkt.
Lange schon laufen die Proben auf der Naturbühne oben auf der Kümmelswiese. Mit der ersten Leseprobe am 6. Dezember 2016 ging es los. Diesmal durften die Akteure im Westsaal des Kultis proben, ehe es in der ersten Maiwoche hinauf auf die Kümmelswiese ging. "Erst dann nahm das Stück Formen an und es wurde immer intensiver geprobt", sagt Birgit Brehl. Auch die Kulisse wurde immer vertrauter. Jeder hat "seine" Rolle gefunden. Sei es Michael Weiß in seiner Rolle als der trottelige Albatius oder Markus Haderdauer als Hobbyjäger Gotthard von Knöttelmeier nebst Gattin Auguste (Sabrina Heibl). Die Gockels (Udo Schlee und Birgit Brehl) nebst Tochter Heidi (Kerstin Haderdauer) sowie die Köchin Berta (Gaby Stöcker) und die Geliebte (Tina Krump) sind ebenfalls in den Rollen super besetzt. Und der Förster Hannes (Andreas Gleich) und sein Waldarbeiter Franz Hirsch (Engelbert Stadelmann) sorgen nicht nur im Wald für Verwicklungen.