von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Lösch

Rentweinsdorf — Der ein oder andere Kalauer bleibt dem Leser nicht erspart, nach der Sitzung des Marktgemeinderats am Montagabend in Rentweinsdorf. Denn Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) legte größten Wert darauf, den Eimer nicht zum Überlaufen zu bringen. Man könnte auch sagen, er wollte zunächst die Bordsteinkante flach halten. Beides war nämlich Thema im Gemeinderat, außerdem stand noch die Dorferneuerung in Salmsdorf auf dem Programm, die etwas teurer wird, als gedacht.
Dass Sendelbeck immer mal ein lockerer Spruch über die Lippen huscht, wissen die Rentweinsdorfer und auch Politikerkollegen im Landkreis. So sagte er etwa jüngst zu den Journalisten bei der Sitzung der Schulverbände Ebern, als die Sitzung in den nichtöffentlichen Teil überging und die Presseleute hinausgebeten wurden: "Wenn ihr wissen wollt, was wir besprochen haben, ruft mich an. Ich sag's euch."
Als sein Gemeinderat am Montagabend nun bei einer Ortsbegehung in Rentweinsdorf an einem Brunnen halt machte (laut einem Anwohner der "Obere Brunnen", genauer: der "Öberbrunnen"), holte Sendel beck einen Eimer aus seinem Kofferraum, um fortan eine Minute lang Wasser hineinlaufen zu lassen. 17 Liter, wie in der vorangegangenen Marktgemeinderatssitzung angemerkt, kämen da niemals raus, eher viel weniger. "Dreieinhalb Liter", sagte Sendelbeck und zeigte den Eimer. Der Grund für den Nachweis: Der Brunnen wird mit Fremdwasser gespeist, das zur Reinigung nach Ebern gepumpt wird. Und das muss die Gemeinde schließlich bezahlen. "Wer säuft den Eimer jetzt leer?" fragte Sendelbeck noch.

Hoher Bordstein

Zuvor hatte sich der Gemeinderat mit einer hohen Bordsteinkante befasst. Und das bereits zum zweiten Mal: Ein Anwohner in der "Ebene", Timo Schlömer, will in der engen Straße dort zusätzliche Parkplätze auf seinem Grundstück schaffen. Der Selbstständige benötigt sie für seine Kunden und auch, weil er privat häufig Besuch bekommt, wie er erklärte. Da vor der Einfahrt zur Garage und einem geplanten Carport allerdings die Bordsteinkante sehr hoch ist, bat er den Gemeinderat, diese abflachen zu dürfen. Sein erster Antrag wurde allerdings abgelehnt mit der Begründung, anderen Anwohnern würden dadurch Parkplätze wegfallen. Aber Gegenteiliges sei der Fall. "Ich blockiere die Straße nicht." Er sehe nur "Vorteile für die Nachbarn und uns". "Wenn die Gemeinde zustimmt, übernehmen wir die Kosten", versprach er. Sendel beck, der nochmal sicher ging, ob damit der Antrag auf Kostenbeteiligung der Gemeinde erledigt sei, erklärte: "Naja, dann ist's ja wunderbar." Der Gemeinderat stimmte schließlich dem Antrag der Schlömers zu.

Teures Salmsdorf

Schließlich ging es noch um die Dorferneuerung in Salmsdorf, die teurer wird, als ursprünglich angenommen: Die Ende 2011 festgelegte Kostensumme von 270 000 Euro wird nicht einzuhalten sein, die einzigen zwei vorliegenden Angebote liegen im Bereich von 320 000 Euro. Das sind 50 000 Euro mehr als geplant, von denen aber nach Ausführungen von Andreas Kaiser vom Amt für ländliche Entwicklung ein großer Teil förderfähig wäre, so dass der Gemeinde aller Voraussicht nach Mehrkosten von rund 10 000 Euro entstehen. Dass sich die Salmsdorfer Bürger an den Kosten beteiligen müssen, wollte Willi Sendelbeck vermeiden, schließlich hätten die bereits ihren Obolus bezahlt. "Ich wüsste gar nicht, wie ich das rechtfertigen soll gegenüber der Salmsdorfer Bevölkerung", sagte er. Der Gemeinderat stimmte dem Beschlussvorschlag zu, die Mehrkosten zu übernehmen mit der Aussicht auf eine verbesserte Förderquote.