Memmelsdorf — Am Ende einer wechselhaften Saison lagen sich die Bayernliga-Fußballer des SV Memmelsdorf in den Armen und feierten doch noch ein versöhnliches Saisonende. Sie machten den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag mit einer überzeugenden Leistung, aber zugegebenermaßen gegen einen nicht mehr vollends motivierten Gegner aus Frohnlach, klar. Auch in der nächsten Saison kann somit an der Schmittenau Bayernliga-Fußball verfolgt werden.
"Es hätte in den letzten Wochen ruhig etwas entspannter für uns laufen können, wenn wir nur ein paar Spiele früher die Liga gesichert hätten. Das hätte uns einige Nerven und Tage schlechter Laune erspart. Dennoch war ich die komplette Saison der festen Überzeugung, dass unsere Mannschaft nicht in den Tabellenkeller gehört und wir auf jeden Fall die Klasse halten werden ", zieht der sportliche Leiter Horst Grasser Bilanz.
Aber der Reihe nach: Der Saisonstart verlief für den SVM holprig. In den ersten 13 Spielen setzte es gleich sieben Niederlagen, und das, obwohl er sich vor der Saison eigentlich so viel vorgenommen hatte und eher einen Platz im Mittelfeld anstrebte, als sich am Tabellenende rumzuschlagen. In den nächsten sieben Spielen bis zur sehnlich erwarteten Winterpause musste der SV Memmelsdorf weitere fünf Niederlagen hinnehmen. Spätestens an diesem Punkt war allen Beteiligten bewusst, dass diese Saison ein harter Kampf ums Überleben werden würde.
Grasser musste alle vorher genannten Ziele zurückstecken: "Wir müssen schon zugeben, dass uns die vielen Niederlagen und wenig überzeugenden Spiele überrascht haben, aber dies war sicherlich auch der hohen Verletztenanzahl geschuldet. Immer wieder mussten unsere beiden Trainer (Bernd Eigner und Markus Grasser, Anm. d. Red.) auf etliche Spieler verzichten und hatten nie die Möglichkeit etwas Kontinuität in den Trainingsablauf und die Aufstellungen zu bringen. Aber nach der Winterpause hatte sich auch diese Situation gebessert, und wir konnten zum Glück zeigen, was wirklich in unserer Mannschaft steckt."
In den letzten 14 Spielen ging der SVM nur noch dreimal als Verlierer vom Platz und zeigte deutlich, dass die Mannschaft mehr Potenzial besitzt, als sie bis dato bewiesen hat. Auch mit der Verpflichtung von Innenverteidiger Johannes Bechmann und Stefan Scharf hatte die Abwehr an Stabilität und Erfahrung gewonnen, was sich am Ende in den guten Ergebnissen widerspiegelte.
Dass der Klassenerhalt nicht früher klar gemacht werden konnte, lag vor allem daran, dass sicher geglaubte Führungen am Ende noch leichtsinning verspielt wurden. Somit machte man auch direkte Konkurrenten wie die SpVgg Selbitz, den ASV Neumarkt und die DJK Ammerthal wieder stark. Letztendlich musste dann ein Sieg am letzten Spieltag gegen den VfL Frohnlach über den sicheren Klassenverbleib entscheiden.
Die Tumulte um das Spielgeschehen herum waren für die Verantwortlichen des SVM natürlich auch nicht wünschenswert. Der schon sicher für die nächste Saison verpflichtet geglaubte Georg Lunz, konnte schlussendlich doch nicht als neuer Trainer vorgestellt werden. Somit ist der SVM noch immer auf der Suche nach dem Nachfolger von Bernd Eigner, der laut Grasser eine "hervorragende Arbeit" geleistet hat. "Die Gespräche mit potenziellen Trainern für die nächste Saison sind schon voll im Gange. Natürlich wollen wir so schnell wie möglich den neuen Cheftrainer präsentieren" , zeigt sich Grasser zuversichtlich. pg