Kronach — Der Landkreis Kronach will sich um die Teilnahme am Förderprogramm "Gesundheitsregion plus" bewerben. Landrat Oswald Marr (SPD) ist überzeugt: "Das passt für uns wie die Faust aufs Auge." Das Programm soll seiner Erklärung nach die Probleme im Gesundheitswesen des Landkreises abbilden und auch Lösungsansätze erarbeiten. Aus diesem Grund steht es einem thematisch ähnlichen Programm der Metropolregion, das jedoch einen anderen Ansatzpunkt wählt, auch nicht entgegen, wie Marr in der Sitzung des Kreistags versicherte.

Zahl der Teilnehmer ist begrenzt

Nur 24 Kommunen werden bei dem Förderprogramm zum Zuge kommen. Die Laufzeit des Vorhabens ist auf fünf Jahre bis 2019 angesetzt. Zu Grunde gelegt wird eine 70-prozentige Förderung für den Betrieb einer "Geschäftsstelle", maximal 50 000 Euro jährlich. Auf den Landkreis würde ein Eigenanteil von etwa 20 000 Euro entfallen.
"Es ist ein tolles Programm", betonte Bernd Liebhardt (CSU). Der Kreis solle sich auf alle Fälle um die Teilnahme bewerben, zumal er sich schon jetzt auf einem guten Weg befinde, neben dem Thema "Pflege" gerade im Bereich "Versorgung" Fortschritte zu erzielen.
Oliver Skall (SPD) unterstrich, dass das Gesundheitswesen kein Thema sei, dass man nur kurzfristig beackern müsse. In diesem Bereich gebe es für den Landkreis ganz wichtige Handlungsfelder. Aus diesem Grund habe man ja auch schon einen entsprechenden Ausschuss ins Leben gerufen. "Ich begrüße das Programm daher ausgesprochen", betonte er. Dabei nahm er jedoch mögliche Kritik vorweg, dass nun wieder Geld für einen weiteren Coach fließen soll. "Wir müssen uns fragen: Ist es uns das wert, einen weiteren Schritt vorwärts im Gesundheitsbereich zu tun?" Für ihn gab es auf diese Frage ein Ja als Antwort.
Einen Experten als Begleiter dieses Projekts könnte man eventuell aus den Reihen der Absolventen eines entsprechenden Studiengangs in Coburg rekrutieren, gab er noch eine Anregung.
"Wir könnten auf diesem Weg auch zeigen, dass wir im Landkreis schon Kompetenz und Potenziale vorhalten", unterstützte auch Petra Zenkel-Schirmer (Frauenliste) die Bewerbung. Dadurch könnte ihrer Ansicht nach die Attraktivität des Kreises Kronach weiter gesteigert werden.

Gut angelegtes Geld

Matthias Rudolph (Grüne) hielt die 20 000 Euro für gut angelegtes Geld. Der gesundheitliche Zustand der Kreisbevölkerung liege unter dem Landesdurchschnitt. Ziel sollte es seiner Meinung nach sein, ihn zumindest auf diesen bayerischen Mittelwert anzuheben. Dabei könnte das Förderprogramm eine wichtige Hilfestellung geben. "Und wenn die Fehltage in den Betrieben nur um einen Bruchteil reduziert werden, dann hat sich die Investition aus wirtschaftlicher Sicht schon gerechnet."
Gerhard Brühl (CSU) wies auf die vielen Baustellen im Gesundheitswesen hin - nicht nur auf den Landkreis Kronach beschränkt. Von daher wäre er froh, wenn ein Programm dazu beitragen könnte, einmal alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. mrm