Auf Platz 11 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen geht Lisa Badum in die Bundestagswahl 2017. Die Direktkandidatin im Wahlkreis Bamberg/Forchheim musste am Wochenende bei der Aufstellungsversammlung in Augsburg zunächst der Frankfurter Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Platz 7) sowie der Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Margarete Bause (Platz 9), den Vortritt lassen. Trotzdem zeigte sich die 33-Jährige aus Forchheim im Interview zufrieden.

Platz 7 und 9 haben Sie verpasst, letztlich ist es Rang 11 geworden. Fühlen Sie sich als Verliererin oder Gewinnerin?
Lisa Badum: Erst einmal finde ich es toll, dass wir Grüne so viele starke Frauen haben und diese zu 50 Prozent unsere Liste besetzen, was keine andere Partei in Bayern schafft. Ich habe mich dem Wettbewerb mit zwei hochrangigen Mitbewerberinnen gestellt, eine davon ehemalige Spitzenkandidatin für die Landtagswahl. In jedem Wahlgang habe ich respektabel abgeschnitten und hatte eine gute Chance zu gewinnen. Es freut mich sehr, dass mich die Delegierten auf Platz 11 nominiert und damit auch einer jungen Kandidatin das Vertrauen geschenkt haben.
Sie sind oberfränkische Spitzenkandidatin Ihrer Partei, trotzdem hat es nicht zu einem Platz in den Top Ten gereicht.
Bei Bündnis 90/Die Grünen wird die Liste nicht vorher vom Landesvorstand festgelegt und nach bestimmten Proporzkriterien vergeben. Als einzige Partei treffen wir hier eine urdemokratische Entscheidung. Daher können manchmal wenige Stimmen entscheiden. Natürlich wäre ein schöneres Ergebnis ein noch besseres Zeichen gewesen. Allerdings ist Oberfranken stimmenmäßig einer der kleineren Bezirke, insofern ist es toll, dass wir die Menschen nun mit einem respektablen Listenplatz vertreten können.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, in den Bundestag einzuziehen?
Platz 11 ist ein aussichtsreicher Platz, von daher sind die Chancen gut, in den Bundestag einzuziehen. Ein Ergebnis von 10 Prozent könnte dafür ausreichen. Wie die Sitzverteilung angesichts von AfD, FDP und möglichen Überhangmandaten aussehen wird, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Letztlich wird der Wahltag entscheiden. Wir werden für ein erneuerbares Deutschland und für soziale Gerechtigkeit werben, den Menschen ein gutes Angebot machen und engagiert für ein starkes, grünes Ergebnis streiten!

Wie wird Ihr Wahlkampf aussehen?
Im Wahlkampf werden sich die oberfränkischen Grünen mit mir an der Spitze engagiert für eine demokratische und offene Gesellschaft und ein erneuerbares Deutschland einsetzen - von Hof bis Forchheim! Selbstverständlich liegt mir mein Wahlkreis hierbei besonders am Herzen.

Die Fragen stellte
Michael Memmel