Der Beschluss über den Bau der Ortsumgehung betrifft nur Stadtsteinach und nicht die Ortsumgehung von Zaubach. Letztere ist jetzt aus der ursprünglichen Gesamtplanung herausgenommen und zudem in den "weiteren Bedarf" zurückgestuft worden. Stadtrat Wolfgang Hoderlein, SPD, sagte: "Dass die Umgehung von Zaubach nun auf die ganz, ganz lange Bank verschoben ist, ist eine elegante Form der Entsorgung, die politisch entschieden wurde."
Wolfgang Heiß, CSU, widersprach. "Das war doch bekannt." Die Trennung des Gesamtprojekts geschah, um die Umgehung von Stadtsteinach "nicht auszubremsen." Und Klaus Witzgall, CSU, ergänzte, dass die Gesamtmaßnahme zunächst komplett zurückgestellt wurde, da massive Einsprüche aus Zaubach zu erwarten sind (Harald Hempfling: "Da sind zwei Betriebe in ihrer Existenz bedroht, aber das Straßenbauamt hat sich mit seiner Planung überhaupt nicht bewegt."). Durch die Trennung könne nun aber Stadtsteinach gebaut werden, so Klaus Witzgall. Für Wolfgang Hoderlein bedeutet die Trennung dennoch, dass eine Umgehung von Zaubach damit vom Tisch ist. Eine Einschätzung, die auch Wolfgang Martin (GLS) weitgehend teilt.
Hans Spindler (FW) wies darauf hin, dass man wegen des Baus einer Umgehung von Zaubach "unbedingt darauf schauen muss, dass es weitergeht." Das obere Dorf sei für, das untere gegen den Bau einer Umgehung.


Erst nach 2030

Bürgermeister Roland Wolfrum wurde am Montagnachmittag von der Bezirksregierung über den Planfeststellungsbeschluss unterrichtet und gab dies in der Stadtratssitzung am Abend bekannt. Für ihn war ausschlaggebend, dass "dies nun in Schrift gegossen" ist und man sich, was die Weiterentwicklung der Stadt im Innern betrifft, nun entsprechend orientieren kann. "Das wird sicher für die Badstraße von Bedeutung sein," sagte er, "die später vom Lkw-Verkehr aus dem Industriegebiet entlastet wird." Das Industriegebiet wird direkt an die Umgehungsstraße angebunden. Zur jetzt zurückgestellten Umgehung um Zaubach, "um die es in einem neuen Bundesverkehrswegeplan nach 2030 gehen wird," könnten sich "bis dahin vielleicht auch die Verhältnisse geändert haben," die jetzt noch für Unmut sorgen, merkte er an.