Stephan Herbert Fuchs

Der Rinderzuchtverband Oberfranken hat im zu Ende gehenden Jahr 2015 einen Nettoumsatz in Höhe von rund 17 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von rund einer Million Euro im Vergleich zum Vorjahr. Wie Zuchtleiter Markus Schricker bei der Versammlung der Kreiszuchtgenossenschaft Kulmbach in Mainleus erläuterte, wurde der Großteil der vermarkteten Tiere in die Türkei exportiert. Aber auch Länder wie Usbekistan oder Marokko hatten Interesse vornehmlich an oberfränkischen Kalbinnen und Jungrindern.


Knapp 32 000 Tiere verkauft

Insgesamt seien knapp 32 000 Tiere verkauft worden, im Jahr zuvor waren es etwa 900 weniger. Damit und mit ebenfalls geringfügig gestiegenen Preisen erkläre sich auch das leichte Plus beim Umsatz, so Schricker. Allerdings war der Export extrem angestiegen - von 995 Tieren im Vorjahr auf aktuell 1773.
Insgesamt habe der Verband im zurückliegenden Jahr feststellen müssen, dass die Zahl der Kühe in Oberfranken etwa gleich geblieben war, während die Zahl der Betriebe weiter von 2800 auf 2500 abgenommen hat. Noch vor zehn Jahren habe die Zahl der Milchviehhalter im Bezirk Oberfranken bei über 3900 gelegen.
Auf den Landkreis Kulmbach gerechnet, zeigt die Statistik noch 244 Milchviehhalter mit rund 8900 Milchkühen. Der Kreiszuchtgenossenschaft gehören davon 135 Betriebe mit 6400 Tieren an. Mit einer Steigerung der Milchleistung um rund 150 Kilogramm auf 7585 Kilogramm pro Kuh und Jahr könne man durchaus zufrieden sein, sagte der Vorsitzende der Kreiszuchtgenossenschaft, Thomas Erlmann aus Waldau. Trotzdem lägen die Zahlen leicht unter dem Oberfranken-Schnitt mit 7751 Kilogramm Milch pro Kuh und Jahr.
Als beste Betriebe nach Jahresleistung wurden die folgenden Milchviehhalter mit einer Urkunde geehrt: Andrea Meister aus Schlockenau, Winfried Hofmann aus Alladorf, Thomas Erlmann aus Waldau, Dietmar Schmidt aus Reuth und Gerhard Nuetzel aus Pinsenhof.
Eine weitere Ehrung erfuhr Gottfried Köber aus Osserich bei Wirsberg, der mit seiner Kuh Eileen an der Tierschau des Vereins zur Förderung der Rinderzucht (VFR) im November in Wertingen teilgenommen hatte.


Besuch im Betrieb Bernd Schütz

Zuvor hatten die Mitglieder der Kreiszuchtgenossenschaft Kulmbach den Betrieb von Bernd Schütz in Dörfles bei Mainleus besichtigt. Schütz hatte nach dem Abschluss seiner Ausbildung einen Anbindestall mit 20 Kühen übernommen und bis heute auf aktuell 130 Kühe plus die gleiche Zahl an weiblicher Nachzucht aufgestockt. Bereits 1991 hatte er einen ersten Laufstall für 40 Kühe mit Nachzucht errichtet und den alten Stall umgebaut. 2005 kamen dann die neue Halle sowie zahlreiche Außenliegerbuchten, 2012 ein komplett neuer Stall dazu. Schütz bewirtschaftet 100 Hektar Acker und 55 Hektar Grünland. Neben der Ehefrau, die auf dem Hof voll mitarbeitet, gibt es einen Auszubildenden. Eine weitere fest angestellte Kraft teilt er sich mit einem anderen Betrieb, die Eltern sorgen sich um den Jungviehstall.
Bis auf das Dreschen und das Maishäckseln erledigt Bernd Schütz die komplette Außenwirtschaft selbst.