von unserem Mitarbeiter Michael Wunder

Neuengrün — Das "Runddorf" Neuengrün war in diesem Jahr Ausrichter des "Tags der offenen Kirchentür" im Seelsorgebereich Oberes Rodachtal. Neben einer erneuten Auflage des Neuengrüner Legendenspiels gab es eine Kirchenführung mit Mesner Ludwig Dietz und ein gemischtes Konzert mit Blasmusik, Gesang und Orgel.
Ludwig Dietz berichtete, dass die 1794 errichtet Kirche im Jahr 1932 durch einen querschiffartigen Anbau mit Chor nach Osten erweitert wurde. Die Kirche, ehemals nur eine Kapelle von bescheidenen Ausmaßen, liegt inmitten des geneigten Quellreihendorfes. Sie hat einen dreiseitig geschlossenen Chor mit rundem Chorbogen. Unter dem giebelförmigen Gesims befindet sich die Sandsteinfigur einer bekleideten Muttergottes, einer Nachbildung des Neuengrüner Gnadenbildes.


Apokalyptisches Lamm

Der marmorierte Hochaltar besteht aus einem Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Holzaufbau. Der Drehtabernakel ist mit Volutenvorlagen und zurückgeschwungenen Seitenteilen versehen.
Über dem diadembogigen Abschlussgesims befindet sich das apokalyptische Lamm, von anbetenden Engeln flankiert. Der Aufbau enthält in der von Freisäulen flankierten Mittelnische eine bekleidete Muttergottes mit Jesuskind, vermutlich aus dem böhmisch-mährischen Raum stammend. Sie steht unter einem flachen Baldachin, links und rechts die fünf Wunden Jesu. Wie Ludwig Dietz erklärte, sind die Seitenabschnitte jeweils durch eine Freisäule abgegrenzt, die mit dem Mittelabschnitt durch ein Gesims verbunden ist.


Holzfiguren und Urnen

Sie enthält weiß und gold gefasste Holzfiguren des heiligen Josef und Johannes des Täufers. Auf den seitlichen Gebälkkröpfungen befinden sich Urnen. Im Auszug, der von Voluten und Segmentgesims umgeben ist, befindet sich die Darstellung "Gottvater in der Glorie". 1962 wurde ein Panzertabernakel eingebaut, wozu der barocke Altar aufbau gehoben werden musste. Weiterhin ging der Mesner auf die Seitenaltäre, die Kanzel sowie die Gemälde ein.
Abschließend verwies er auf die Plastiken mit verschiedenen Holzfiguren sowie auf die vier Glocken, deren Antrieb 1986 elektrifiziert wurde.
Die Blasmusikkapelle Neuengrün-Schlegelshaid gestaltete unter der Leitung von Wolfgang Schrepfer im Wechsel mit Organisten Udo Braunersreuther und Sängerin Yvonne Welscher das gemeinsame Konzert.