Der Freistaat Bayern will die Zahl der Wildunfälle verringern und sucht auch neue und innovative Wege. Große Hoffnungen ruhen auf dem neuen von vier Studenten entwickelten Wildwechsel-Radar "wuidi" mit Echtzeit-Warnungen. "Wuidi" weist während der Fahrt auf potentielle Gefahrengebiete mit erhöhter Wildwechsel-Gefahr hin, erläuterte Alfons Weinzierl, Master-Student in Linz und Steyr. Dank des Hintergrundmodus wird der Fahrer dabei nicht unnötig abgelenkt. Die dynamisch erzeugten Gefahrengebiete basieren auf algorithmischer Parametrisierung ausgewählter Einflussfaktoren für Wildwechsel und einer Mustererkennung auf Basis einer Big-Data Analyse. Sollte es doch zum Wildunfall kommen, gibt "wuidi" eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum korrekten Verhalten bei der Abwicklung. Aufgrund des Unfall-Standortes hilft "wuidi" beim Kontakt mit der zuständigen Polizeidienststelle.
Die häufigste Unfallursache in Bayern seien Wildunfälle - alle zwei Minuten. Bayern sei der bundesweite Brandherd für Wildunfälle. Teilweise gebe es einen Anstieg von 30 Prozent in einigen Regierungsbezirken. Die Gefahr werde von Jahr zu Jahr schlimmer. "Ich bin Wildunfallverursacher", erklärte Weinzierl, dass auch ihm schon hier etwas passiert sei. "Der Autofahrer trägt die Schuld, nicht das Tier."
"Wuidi" setzt daher auch beim Autofahrer an. Es ist eine gemeinsam mit Polizei, Staatsministerium und BJV entwickelte App. Es gehe darum, Wildunfälle intelligent zu vermeiden. "Wuidi" bietet auch ein Portal für Revierverantwortliche. Diese könnten aktiv beitragen, die Wildunfallgefahr in ihrem Bereich zu verringern. Auch wurde ein Quiz mit Fahrlehrern entwickelt, das insbesondere für Fahranfänger interessant ist. Es laufen Tests, im August soll es flächendeckend zur Verfügung stehen Weitere Infos sind unter www.wuidi.de zu sehen. Ziel ist mittelfristig eine Integration ins Navigationssystem oder ins Automobil. "Wuidi schützt den Autofahrer und das Wild", betonte Weinzierl. rg