Zum Bericht über den Kreisausschuss vom 18. Oktober ging uns folgende Lesermeinung zu:

Das neueste Projekt im Landkreis Lichtenfels ist ein keltisches Zangentor am Fuß des Staffelbergs, so war kürzlich einem Zeitungsbericht über die jüngste Kreisausschusssitzung zu entnehmen. Im Maßstab 1:1 soll ein "Keltentor am Fuß des Staffelbergs" rekonstruiert - also im ursprünglichen Zustand wieder hergestellt bzw. nachgebildet - werden, das Tor zum Maintal hin, zunächst wohl nur dieses.
"Wir müssen die Kelten als Alleinstellungsmerkmal stärker hervorheben und besser vermarkten", unterstrich dabei der Landrat. Ein ehrgeiziges Projekt, das dem Wirtschaftsausschuss des Landkreises, der auch für Tourismus und dessen Optimierung zuständig ist, bereits gut zwei Wochen vorher vorgestellt wurde. Ein Keltentor - das Tor zum fränkischen "Atlantis"? Nachweislich seit dem 19. Jahrhundert, konkreter seit 1849, rätseln und suchen Historiker und ambitionierte Heimatforscher nach der keltischen "Stadt", dem Oppidum Menosgada. Diese auf dem Staffelberg zu verorten, ist nachvollziehbar und zunächst auch von Professor Abels, dem wohl profiliertesten Archäologen und Kenner der Vorgeschichte unserer Heimat im Obermain-Gottesgarten, so vermutet worden - er hat dies längst relativiert.
Es scheint mir ebenso wenig gewichtig zu sein, diese längst nachgewiesene, überregional bedeutsame spätkeltische Staffelberg-Metropole zweifelsfrei als das legendäre Menosgada zu identifizieren als mir wenig sinnvoll erscheint, hier heroben - im Nachhinein (also 2100 Jahre später) - einen Archäologiepark anzudenken und zu kreieren, der zwar nicht zum irgendwie gearteten Disneyland mutiert, der wohl aber unserem Berg - so wie wir ihn heute kennen und schätzen - die Würde nimmt, die ihm innewohnt.
Gelder, die hierfür locker gemacht werden würden, sollten besser in seine archäologische Erforschung investiert werden. Die Forschungsergebnisse sollten dann publiziert und uns allen allgemeinverständlich zugängig gemacht werden. Wissenschaftlich begleitet umfassend ausgraben und bewerten ... und dann konservierend wieder verschließen - das halte ich für einen würdigen Umgang mit dieser unser aller Vergangenheit - für unseren Staffelberg.

Karl-Heinz Müller
Bad Staffelstein