Das gibt es so schnell nicht wieder. 20 Freizeiteinrichtungen sind auf engstem Raum auf der Pottensteiner Erlebnismeile angesiedelt. Ob Bootsverleih auf dem Schöngrundsee, ob Sommerrodelbahn oder Paragliding, für jeden Geschmack ist etwas dabei.
FT-Redakteur Josef Hofbauer traf sich mit dem Servicetechniker, Manager und Inhaber des Elektro-Funparks, Werner Schmitt.


Seit wann gibt es diese Gokart- bahn?
Werner Schmitt: Eröffnet haben wir den Electro-Funpark "Am Langen Berg" hier in Pottenstein im April 2012. In der Zwischenzeit sind aber jede Menge anderer Attraktionen wie Segways, Elektro-Quads, E-Bikes und Elektro-Motorräder dazu gekommen.

Ist der Parcours einer Formel- Eins-Rennstrecke nachempfunden?
Nein, die habe ich selbst entworfen.

Für wen ist der Parcours gedacht?
Hier fahren Kinder genauso wie Erwachsene. Die Bahn ist Ziel von (Kinder-)Geburtstagen, Klassenfahrten und sonstigen Events.

Für wie viele Fahrer ist der Kurs ausgelegt?
Ich habe acht Erwachsenen- und sieben Kinder-Fahrzeuge. Am meisten Spaß macht die Fahrt, wenn fünf oder sechs Fahrzeuge auf dem Parcours unterwegs sind. Dann ist noch schön Platz.

Was unterscheidet die Elektro-Gokarts von den herkömmlichen Flitzern?
Die Leistungsübertragung ist direkter, das Fahrzeug beschleunigt schneller. Elektro-Karts bieten dank des niedrigen Schwerpunktes eine sehr hohe Sicherheit, ohne dass Fahrvergnügen oder Leistungsfähigkeit geschmälert werden. Und krebserregende Schadstoffe wie in den Abgasen der Verbrennungsmotoren gibt es bei uns auch nicht.

Worin unterscheiden sich Kinder- und Erwachsenen-Karts?
Nur in der Größe und im Leergewicht. Die Fahrzeuge für Erwachsene sind 1,98 Meter lang, 1,37 Meter breit und 60 Zentimeter hoch, während die Kinder-Autos nur 1,76 Meter lang, 1,28 Meter breit und mit 86 Zentimetern etwas höher sind. Ein Go-Kart für Erwachsene wiegt 195 Kilo, ein Kinder-Kart ist 50 Kilo leichter.

Brauchen diese Fahrzeuge mehr Wartung als konventionelle Karts?
Nein, aber ich kontrolliere jeden Tag sämtliche Fahrzeuge, ehe wir beginnen. Ich könnte die Fahrzeuge mittlerweile schon blind auseinanderschrauben und wieder zusammensetzen. Jede einzelne Schraube kontrolliere ich persönlich. Sicherheit ist schließlich Trumpf. Den meisten Verschleiß gibt es bei den Bremsen und bei den Reifen.

Gab es denn schon einmal einen Unfall?
Abgesehen davon, dass Piloten immer wieder in die Reifenstapel donnern, Gott sei Dank nicht. Ich hoffe, dass wir auch künftig von ernsthaften Unfällen verschont bleiben.

Wie lange kann man mit einem komplett aufgeladenen Akku denn fahren?
Da ist man rund eine Stunde unterwegs, ohne dass die Leistung des Fahrzeuges nachlässt.

Und dann?
Dann muss der Akku wieder neu aufgeladen werden. Das dauert in etwa auch wieder eine Stunde. Um Wartezeiten zu vermeiden, hänge ich die Fahrzeuge an das Stromnetz, sobald die Gäste ihre Runden beendet haben.

Darf ich sofort auf die Stecke, wenn ich mir ein Ticket gekauft habe?
Jeder Kunde muss erst einmal warten, bis seine Ticket-Nummer aufgerufen wird. Dann wird er vom Streckenpersonal in Empfang genommen und erst einmal mit Nackenschutz, Helm und Handschuhen ausgestattet. Die Piloten werden über die Bedeutung der roten, blauen und schwarz-weiß karierten Flaggen informiert, ehe sie im Cockpit Platz nehmen dürfen.

Und schon geht es mit Vollgas ab auf die Piste?
Nicht ganz. Erst muss der Sitz individuell eingestellt werden. Und dann folgen ein paar Aufwärmrunden. Die Gäste müssen ein Gefühl für das Fahrzeug bekommen. Volle Power ist da noch nicht drin.

Und wann geht es zur Sache?
Wenn ich das mit meinem Transponder zulasse. Wie mit einer Fernbedienung kann ich die Geschwindigkeit jederzeit regeln. Von Stufe eins bis Stufe vier. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 52 km/h. Wenn es sein muss, kann ich auch den Nothalteknopf drücken, um zu verhindern, dass Fahrer mit einem quer stehenden Fahrzeug zusammenstoßen.

Welchen Streckenrekord gilt es zu knacken?
Wir haben keine Geschwindigkeitsmessung. Bei uns fahren die Gäste eine bestimmte Zeit. Dabei treten zwei Gruppen gegeneinander an. Wer die meisten Runden schafft, hat gewonnen.

Die Fragen stellte Josef Hofbauer.