von unserem Mitarbeiter Martin REbhan

Neustadt — Wenn in Neustadt die Hundstage eingeläutet werden, ist ein ausverkaufter Saal garantiert. Am Freitag- und Samstagabend ging es entsprechend "rund" im Saal der Gastwirtschaft Eckstein - und das bereits zum 17. Mal. Martin Stingl, der im "Nebenberuf" auch Dritter Bürgermeister ist, versprach als Gastgeber "Gschichlta, Gedichtla und Gsängla", die seine Gäste aus dem Alltag entführen. Er hatte nicht zu viel versprochen.
Seinem bewährten Strickmuster blieb der Vater der "Hundstouch", Martin Stingl, treu. Der vierstündige Abend teilte sich in "drei Hälften". Da waren sie schon, die eigene Ironie, die Wortspiele, das sich selbst auf die Schippe nehmen, das Flair, das die aus Neustadt nicht mehr wegzudenkende, kulturelle Veranstaltung ausmacht. Schon von der ersten Minute an gelang es Stingl in seinem ureigenen "Neuschtodter" Charme, das Publikum auf seine Seite zu ziehen und zu verdeutlichen wohin die Reise gehen soll.
Während in der ersten und dritten Hälfte Gesang und Wortbeiträge vorherrschten, stand der mittlere Teil ganz im Zeichen der "Ardöpflsupp mit Wörschtla" sowie einem nicht zu verachtenden Kartoffelschnaps. Auch an dieser Tradition hielt Martin Stingl fest und das war gut so.
Vor allem die Dialoge, die er mit den Akteuren führte, waren mit Pointen gespickt und zeigten deutlich, dass alle Protagonisten sehr locker und gelöst ihre Darbietungen angingen. Beim zwanglosen Geplauder stellte der Conférencier nüchtern fest: "A ned jeda Lüüch is ned woahr".
Allein das Spiel mit Gläsern und einem Becher (ich trink doch ned aus an schmutzichn Glous) war eine "Nummer" für sich. Programm ist auch, dass man sich zu keiner Probe trifft und es dadurch zu einer nie vorgespielten Ungezwungenheit kommt, die schnell auch auf das Auditorium übersprang, das es sichtlich genoss, ein Teil der Abende zu sein.
Sorgten das "Duo zu Dritt", die "Staffelstaaner", die "Eichbergsänger", Gabi Friedel sowie Ferdi Frint musikalisch für Entspannung, waren es Ulla Heyder, Erika Volk, Renate Gretzbach, Hanne Büchner, Manuel und Pascal Klebeg und Konrad Klausner, die den Abend mit ihren Wortbeiträgen, bei denen der nicht geübte Neustadter, schon manchmal stark die Ohren spitzen musste, für beste Unterhaltung sorgten.


Kein Blatt vor den Mund

Dass dabei oft kein Blatt vor den Mund genommen wurde, hob die Stimmung in höchste Sphären. So beschrieb Ferdi Frint in epischer Breite die Methangas geschwängerten Verdauungsprobleme einer gewissen Edeltraut, die sich zu sehr dem Genuss von Sauerkraut hingab. Erika Volk, erzählte in ihrem Vortrag, was sich früher in einer Apotheke so alles abgespielt hat. "Die Zäpfla ham net schlacht gschmeckt, ouwe gholfn ham sa net", zitierte sie eine Kundin aus den 50er Jahren. Für Brüller sorgten Manuel und Pascal Klebeg, die das Ereignis einer im Jahr 1975 in Wilhääd (Wildenheid) gefundenen Panzerfaust wieder aufleben ließen. Ernstere Töne schlug Renate Gretzbach an, die mal die "Vorzüge" einer Kaffeefahrt kritisch unter die Lupe nahm. Am Ende das Tages konnte festgestellt werden, dass die Hundstage das hielten, was sie versprachen: urgemütliche Unterhaltung.