Der 31. Oktober 1517 war eine der Geburtsstunden der evangelischen Kirche: Martin Luther soll an jenem Tag seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben. 2017 liegt der Reformationstag genau 500 Jahre zurück, ein Jubiläum, das die evangelische Kirche mit vielen Aktionen feiert. Das gilt natürlich auch für das Dekanat Bamberg, dem Dekan Hans-Martin Lechner (54) vorsteht.

Reformationsjubiläum 2017: Auf was dürfen sich die evangelischen Christen im Dekanat Bamberg freuen?
Hans-Martin Lechner: Eine große Steuerungsgruppe hat in unserem Dekanatsbezirk mehr als 100 Veranstaltungen vor allem im Bereich Kultur und Bildung organisiert, die ganz wesentlich ökumenisch ausgerichtet sind. Manche Veranstaltungen werden sogar von der katholischen Kirche selber angeboten. Wichtig ist uns, dass die gesellschaftliche und letztlich auch politische Relevanz der Reformation heute zum Tragen kommt - aus dem Evangelium von Christus heraus, der ja Mensch geworden ist, damit wir als Kirche auch nahe bei den Menschen sind.

Welche Termine ragen aus dem umfangreichen Programm heraus?
Ein Highlight wird am Freitag, 21. Juli, am Maxplatz stattfinden: eine große Aktion, bei der es ums Wort geht - es ist ja ein genuines Anliegen von Martin Luther, das Wort Gottes weiterzugeben. Damit im Zusammenhang steht am nächsten Tag der große Dekanatsempfang am Stephanshof, bei dem auch verschiedene Persönlichkeiten aus Stadt und Land Statements abgeben sollen zum Thema Was bedeutet für mich Reformation heute?". Es gibt die große Eröffnungsveranstaltung in Form eines Gottesdienstes in der Erlöserkirche bereits am 31. Oktober 2016 und die Ökumenische Lange Nacht der Kirchen im Mai, die bewusst unter dem Motto "Reformation heute" steht. Fast ist jede Veranstaltung ein Highlight, weil jede wichtig ist.

Gibt es besondere Angebote für Familien?
Da fallen mir die Radtouren ein, bei denen Familien mit Kindern mitmachen können und bei denen wir unseren Dekanatsbezirk erkunden. Da sind dann auch eine Einkehr und Kirchenbesuche dabei. Daneben gibt es auch die Aktion Geocaching, wo wir bewusst die Jugend im Blick haben. Außerdem wird es den Thesenanschlag der evangelischen Jugend in der Erlöserkirche geben. Da werden bestimmt - klar wie Martin Luther - Thesen zu Kirche und zu Gesellschaft präsentiert, mit denen wir dann umgehen werden. Darauf bin ich sehr gespannt und freue mich auf diese Impulse.

Wie lautet die zentrale Botschaft, die Sie zum Jubiläum vermitteln wollen?
Die Botschaft, die Luther weitergibt, kommt direkt aus dem Evangelium von Jesus Christus, der den Menschen die Freundlichkeit Gottes gezeigt hat. Im Reformationsjahr wollen wir ganz besonders Menschen und Welten miteinander verbinden - gerade angesichts der Herausforderungen unserer Zeit.

Die Fragen stellte
Michael Memmel